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Gott hat mir seinen Segen in mancher Hinsicht geschenkt, in anderer nicht. Doch kann ich nichtwissen, was daS Beste ist, er aber weiß cS. Vielleicht läßt er mich noch erleben, daß Alles znmBesten sich lenkt. Bald habe ich nun 59 Jahre meinem Vatcrlande nnd fünf Königen^) gedient.
Was ich für meine Arbeit erhalten habe, ist sancr genug erworben. Doch klagen will ich nichtdarüber, hat mir Gott doch gute Kinder geschenkt, die die Frcndc meines Alters sind. Dafürsei Gott, dem Vater in der Höhe, Preis nnd Dank."
Gifhorn, am 6. Februar 1852. EggerS, Oberamtmann.
Soweit die eigenhändigen Aufzeichnungen. Von 1834 bis zum Mai 1859 saß KonradEggcrS als Amtmann ans dein alrc» Schlosse zn Gifhorn, wo er nach seinem bewegten nndmühevollen Leben in einer angesehenen nnd gut dotirtcn Stellung den wohlverdienten Lohn fand.Die hannoverschen Amtleute (Beamten) waren in jeder Hinsicht gut sitnirt. Die Stellung wareine sehr angesehene, selbständige, nur einmal im Jahre oder alle zwei Jahre unterbrochen durchdie JnspcctionSrcisc des Landdrostcn. Die Amtssitze, alte Schlösser oder große Amthänscr mitdabei gelegenen Parks oder Gärten, deuteten schon durch ihr AenßercS die Stellung der Bewohneran. Da die Herren meistens Egnipagc hielten, war durch Hinznlage von Ackerland auch indieser Hinsicht gesorgt. Assessoren nnd Auditoren, deren Zahl sich nach dem Umfange des Amtesbcmaß, unterstützten den Beamten in seinen Geschäften, wohnten sehr oft mit im Amtshansc undspeisten an der Tafel des Amtmannö.
In die Zeiten von 1834 — 1854 fielen auch die VerfassnngSwirrcn unter den KönigenErnst I. August nnd Georg V., verbunden mit häufigem Ministcrwcchscl, welche, da gerade Justizund Verwaltung vor allen von der Neuorganisation betroffen wurden, nicht ohne großen Einflußauf die Thätigkcit und Stellung eines AmtmannS waren. Doch werden in solchen Zeiteneinem durch lange Erfahrungen und manche Schicksalswcchscl gereiften Manne die richtigen Wegeseiner Handlungen um so klarer vor Augen gelegen haben. „Treu dem Könige" war und bliebdurch daS ganze Leben unter allen Stürmen nnd Veränderungen der Verhältnisse die LebcnSrcgeldes alten Beamten.
Am 3. Januar 1852 znm Obcramtmann ernannt, hatte EggcrS die Freude, daß imOctober desselben JahrcS sein ältester Sohn das dem Amte Gifhorn benachbarte Amt Meinersenals Amtmann erhielt. Dort war es auch, wo am 21. April 1854 der Obcramtmann im Hauseseines Sohnes die Feier seines 59jährigcn Jubiläums beging, wo ihn der .König Georg V. zurBelohnung seiner treuen Dienste den Gnelfcnorden IV. Klasse verlieh. Noch bis znm Mai 1859blieb der alte Herr im Dienst nnd der Schreiber dieser Zeilen erinnert sich mit viel Vergnügender jedesmaligen Freude, wenn die Eltern von Meinersen ans den Großvater besuchten; wenndann in den langen Gängen des alten Schlosses und den Wegen des Parkes allerlei Spielegespielt wurden oder man die Wendeltreppe in einem alten Turme erstieg. Einen stetsunvergeßlichen Eindruck machte jedoch auf die Jugend die atte Schloßcapcllc mit ihrem finstcrn »
Hintergründe, den alten düstern Pfeilern und hohen Fenstern, unter denen sich die Grab-denkmäler des Herzogs Franz ans der jüngeren Linie Brannschweig-Lüncbnrg, welcher 1529 dasSchloß erbaute, nnd seiner Wittwe Klara befanden.
EggcrS ging 1859 in Pension, da verschiedene körperliche Leiden ihn hinderten, mitgewohnter Kraft seinem Amte vorzustehen. Er bezog eine Privatwohnnng in dem ihm von seiner
Den Königen von Grojzbrittannien, resp. Hannover, Georg III. (f 1820), Georg IV. (p 1880),Wilhelm I. (f 1837), Ernst I. August (1 18S1), Georg V. (reg. bis 18SK).ss) Dieselbe ist übrigens nicht dort beigeseht, der Sarcophag war leer.