Ziel zu erreichen. Spüler hcil mau freilich nach und nach meine schlechte Einnahme auf I8stt>Nthlr., also aufs doppelte deS ursprünglichen Betrages, erhöht, allein die Hülfe kam zu spät,man hatte mich zu lange warten lassen und mich dadurch gezwungen, das Vermögen meiner ge-liebten Secligcn zu vermindern und zwar ans erhebliche Meise. Indessen kam der Aufenthaltin Celle doch in einiger Hinsicht nnS zu Nutze, nehmlich wegen des Unterrichts meiner Kinder.,Ferner wohnte meine thcnrc seclige Mutter in Celle und ich kann mich überzeugt halten, daßdie letzten zehn bis vierzehn Lebensjahre derselben durch das Dortsci» ihrer von ihr so sehrgeliebten Schwiegertochter nnd ihrer nicht minder thcncrn Großkinder sehr beglückt und erheitertwurden, besonders, da sie im Jahre 1828 das Unglück traf, ihre älteste Tochter, meine mir sothcnrc Schwester (Susanne) zu verliere». Gott lenkt die Geschicke der Menschen, auch meineVersetzung nach Celle erzeigt sich als eine solche Fügung des Baters in der Höhe, der Alles wohlmacht. Nun komme ich zu einem Unglücke, waS mich in meinem 5l. Lebensjahre traf. Ich warsehr, äußerst glücklich verhcirathct, besaß eine redliche fromme Gattin, die mich unendlich beglückte.Früher mit einer sehr guten Gesundheit versehen, wurde sie augenscheinlich im Jahre 1829 nachder Geburt meines jüngsten Sohnes schwächlicher. Ich kämpfte, soweit es mit ärztlichem Nathennd Hülfe möglich war, mehrere Jahre um ihr Leben. Im Frühjahr 1834 wurde ihr Zustandimmer bedenklicher nnd die Hoffnung, daß sie mich hierher'^) begleiten würde, waS auch sie sosehr wünschte, ist leider nicht in Erfüllung gegangen. Acht Tage vor meinem Umzüge hierher^am 9. Juli 1834, wurde sie mir genommen."
Ucbcr den Tod dieser Frau schreibt ihr ältester Svhn^):
„Am 9. Juli 1834 starb meine treffliche, mir ewig unvergeßliche Mutter nach tljährigemLeiden. Hektische Symptome mit zuletzt hinzutretender Wassersucht entrissen die Thcnrc in ihrem42. Lebensjahre nnscrm schrecklich gebeugten Vater und uns größtcnthcilS noch nicht erwachsenenKindern. Ich erlstclt 14 Tage vor ihrem Ende die Nachricht über die zunehmende Krankheit,eilte von Göltingen zu HanS nnd hatte das Glück, noch 14 Tage um sie sein zu können undviele Beweise ihrer großen Liebe zu nnserm Vater nnd ihren Kindern zu bemerken. Als dasLicht der Augen schwand, kam auf ihre Bitte der Pastor Frcytag nnd betete mit ihr. Am Abendbesserte sich der Znstand etwas, sie begann zu schlummern, aber nur, »m noch länger zu kämpfen.Gegen Morgen verlangte sie nach dem Arzte, welcher kam, aber nicht helfen konnte. Angstschweiß,Röcheln und Husten nahmen zu. Sic bat um Ruhe nnd rief mich nnd den Vater. Als wiran ihrem Bette standen, sagte sie: Ich sterbe, eS ist hart, sieben nnerwachscne Kinder! Sic bat denVater, ihr AllcS zu verzeihen, was sie je gegen ihn gefehlt. Als sich schon die Auge» geschlossenhatten, betete sie stets die Cinsetznngsworte des heiligen Abendmahls. Mir entfernten uns.Darauf verschied sie bald in schwerem Todeskampf, die fromme, selige Mutter. Sic ist ansdem Stadtkirchhofc in Celle neben der Mutter meines Vaters beerdigt. Bald darauf wurdeder Umzug nach Gifhorn gemacht, der schwer ohne ihre Leitung von Statten ging!"
„Ich traf in Gifhorn mit den Kindern, die zum großen Theile noch nicht erwachsenwaren, ein nnd fand hier mein gewöhnliches LooS, viele, viele Arbeit, waS freilich wohl dazudienen mochte, daß ich weniger meines schweren, harten Verlustes innc wurde. Meine Kinderlagen mir im hohen Grade am Herzen; sie sind das Vermächtnis; meiner thcncrn Unvergeßlichen^deren sie noch in ihrem letzten Augenblicke gedachte. Ich habe gestrebt für ihr Wohlergehen.
5) Mittels Nescriptes des vormaligen Cobinelsniinisleriunis vom tll. April 18S4 war ich davon inK enntniß gesetzt, daß Se. Königl. Majestät (damals Wilhelm I.) mich zum ersten Beamte» zu Gifhorn ernannt habe.55) spätere Amtshauptniann Konrad Eggers zu Meinersen.