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gleich in der Nähe des Ortes, aber auch der mchrerwähnte Procnreur mit seiner Maitrcsse beiHarpstedt. Als diese Leute sich cnfernt hatten, athmete man wieder ans und freute sich derbessern Zukunft. Leider trat diese Freude zu früh ein. Napoleon drang, wie bekannt, in Sachsenwieder vor und eine Folge davon war, daß die bösen Geister wieder in die besetztenDepartements zurückkehrten. Auch der Procnreur fand sich wieder ein. Der furchtbare GeneralVandammc rückte in die hanseatischen Departements, die außer dem Gesetze erklärt wurden.In diese Zeit fällt die Hinrichtung, eigentlich Ermordung, denn es fehlte an allen Rechtsgründen,der Rcgicrungsräthe von Bergcr und von Finck anS Oldenburg, die in Bremen nach einemkriegsgerichtlichen llrthcilc am 10. April 1813 erschossen wurden. Daö Erkcnntniß, welchesgedruckt war, wurde, vielleicht nicht ohne Absicht, gerade an meine Wohnung angeheftet. DieObengenannten hatten sich mit Genehmigung des Unterpräfectcn zu Oldenburg an die Spitzeeiner Rcgiernngscommission gestellt und wurden ihnen später patriotische Acnßernngcn zur Lastgelegt. Der Unterpräfcct hatte nehmlich auch das Weite gesucht. Zwei meiner Bekannten solltenverhaftet werden, als die Franzosen zurückkehrten, der jetzige Amtmann Meyer zu Eimbcck undder Stadtgerichtsdircctor Dossc in Mülbcrg. Sic entkamen aber. Man mußte den Sommer1813 noch in der angenehmen Nähe der Franzosen verleben. Endlich im Octobcr drangen dieMickten wieder gegen Bremen vor, nahmen diese Stadt und jagten die Franzosen fort. Auchdie Besatzung von Nienburg räumte in der Nacht diesen Ort, nachdem sie die schöne Brückeüber die Weser gesprengt hatte. Am andern Morgen rückte unter allgemeinem Jubel eineAbtheilung der Lützow'schen Frcischaar ein. Nun war endlich das Leiden zu Ende. Etwa achtoder zehn Tage später kam an einem Sonntage Nachmittags die Nachricht von dem Siege beiLeipzig. Ich erinnere mich noch des steten Schießens und war anfänglich der Meinung, daß dieFranzosen wieder einen Angriff machten; es ergab sich aber bald, daß die Schüsse Frendenschüssewaren. Die Nachricht von dem großen Siege verbreitete sich bald in der ganzen Stadt undeine Illumination derselben wurde sofort ins Werk gerichtet. Die ganze Nacht hindurch dauerteder Jubel, in dem das Singen der Körner'schen Lieder in Verbindung mit den in der Stadtanwesenden Lützowern eine große und erhebende Nolle spielte.
Unter dem 10. November 1813 rief mich ein Rescript des Kammercollegiums wiederaus meine bis Michaelis 1810 versehene Stelle in Kalenberg zurück. Ich mußte meine thenrcGattin, die ihrer ersten Entbindung sehr nahe war, verlassen. Remonstrationen gegen jeneBestimmung konnten in jener Zeit nichts helfen, in der das Vaterland aller Arbeitskräfte, dienur disponibel gemacht werden konnten — welches sehr schwierig war, weil die jungen Leute, dienur irgend nach ihren Verhältnissen abkommen konnten, zur Bekämpfung des noch nicht ganzbesiegten Feindes sich dem Militair widmeten — bedurfte. Ich ging also nach Kalenberg ab.Hier fand ich statt der frühern großen Zahl von Beamten nur drei, den ersten (Leppcr), denzweiten (Bansen) und den vierten (Flügge). Der dritte Beamte Ludvwig war während desWestfälischen Regiments gestorben. Die Vertheilung der Geschäfte fand nun dahin statt, daßFlügge die Justiz, Bansen die Domanial-Sachcn und Lepper unter meinem Beistände alle übrigenSachen übernahm, also Ncgicrungs--, Militär-Sachen und was sonst noch vorkam. Alles warin Unordnung gerathen, Acten hierhin und dorthin zerstreut. Die Trnppenzüge dauerten unauf-hörlich fort, die schwedische Armee allein zog 1813 und 1814 zu drei Malen durch das Amt.Kriegerfuhrcn, Einquartierung traten täglich ein, die Rindviehpest war durch die schwedischeArmee schon beim ersten Durchzuge durch das Amt dahin gebracht und da diese unheilbareKrankheit der damaligen Generation nicht bekannt war, also auch wenig Vorsicht beobachtetwurde, verbreitete dieselbe sich immer mehr. Bei der Ungeheuern, beispiellosen Gcschäftslast, die