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snpcrnnmcrär AmtSasscssor, indessen mußte ich als AmtSasscssor auch Criminal-Untersuchungenführen. Als im Jahre 1806 der preußische Adler seine Fittigc über daS hannoversche Land aus-streckte, und die vorhandenen Proccssc ausgezeichnet wurden, hatte der erste Beamte 400 schrift-liche Processe und 28 Concnrsc in seiner Expedition. Sechs Advocaten im Amte waren unab-lässig bemüht, das Material zur Bearbeitung herbeizuführen, an jedem der 3 auch 4 Gerichts-tage wurden 24 Termine abgehalten, von denen jeder der drei Beamten 8 zu übernehmen halte.Am Sonnabend war Ncgimentstag, an dein die sämmtlichcn elf Vögte zum Amte kommen mußten.Vor 3 Uhr kam man an diesem Tage nicht zu Tische. Als es mit den Leiden des ersten Beamtenernstlicher wurde, er deshalb in den letzten drei Monaten des Jahres 1807 sich aller Theilnahmean den Geschäften enthalten mußte, fielen mir diese allein zu. Ich kam selten vor 4 Uhr Nach-mittags von der Amtsstube und habe dann auch wohl in schriftlichen Processen während der Nachtgearbeitet, denn bei Tage fehlte es an Zeit. Es war ein Glück, daß ich damals schon (seit dem2. März 1807) zum supcrnumerür Amtsassessor cum volo avancirt war und also sclbstständighandeln konnte, denn neben der Jnstizcxpcdition, deren Umfang ich wirklich als eine enorme,ungeheure GcschäftSlast nennen kann, mußte ich mich auch mit den übrigen Geschäften des erstenBeamten, allen Höscsachcn, allen Militairsachcn befassen. Der alte kränkliche Conrades mochtewohl einsehen, daß ich bei aller Kraft der Jugend kaum durch die Arbeiten hindnrchkommcnkonnte, und hatte, wie er mir durch seine Frau zu erkennen geben ließ, um Anstellung einesGchülscn nachgesucht. Ich weiß wohl, daß mir dieses damals sehr unangenehm war, indem ichbesorgte, daß mir solches in den Augen der Vorgesetzten schaden möchte, gab dies auch, wie ichmeine, seiner Frau zu erkennen. Auch erinnere ich mich noch eines in Folge steter Kränklichkeitbei ihm selten eintretenden Zuges der Freundlichkeit, indem er mich aufforderte, nach Verden zureiten, um dort einem Liebhaberthcatcr zuzuschauen, sein Reitpferd dazu zu benutzen, ja sogar mitReisegeld mich versah. Der Httlfsbeamtc traf indessen nicht ein und erst nach dem Tode desAmtmanns im März 1808 erschien er in der Person dcS AmtSasscssorS, nachherigeu AmtmannsKordemann in Friedland, und nahm seinen Wohnsitz in dem Geschäftszimmer des stetigen Amt-manns. Er war aber kein Arbeiter und half mir wenig. Ich blieb ganz in meinem Geschäfts-kreise und hielt darin ans, bis der Nachfolger des Verstorbenen, Amtmann Jsenbnrt, eintraf.Für meine angestrengte Arbeit wurden mir bei der Thcilung der während der Vacanzzeit annotirtcnSportcln 50 Thalcr, dem Herrn Kvrdcmann 200 Thalcr und dem AmtSverwaltcr 100 Thalerdurch die schätzbare Güte dcS damaligen KammcrsecretairS Lüder (später in Weende) zu Theil.In Jnstizsachen arbeitete auch Jsenbart nicht gar viel, weshalb er mich auch gern bei sich behaltenwollte und sogar, freilich mit meiner Zustimmung, meine Versetzung an das Amt Kalenbergrückgängig machte. Ilm diese hatte sich der dasige erste Beamte, den ich einst bei einem Besucheder ConradcSschen Familie zu Hoya hatte kennen lernen, beworben. Später, als Amtmann Jsenbarterklärte, mir freie Station, nicht aber die vom Amtmann Lcppcr zu Kalenberg mir zugesagten100 Thalcr pro anno verabreichen zu können, fand sich mein Vater bewogen, bei der Kammermeine Anstellung bei dem Amte Kalenberg wieder in Antrag zu bringen. Sic erfolgte auch sofortund ich ging im Angnst 1808 dahin ab, jedoch, wie ich nicht leugne, mit einigem Widerwillen,weil eine Folge dieser Versetzung der Uebergang von der Justiz zur Verwaltung war. In Kalenbergfand ich nun eine Menge von Beamten, drei wirkliche, drei snpcrnnmeräre und einen Auditor.Von den supcrnnmcrärcn thatcn zwei (Manscdel und Conradcö) soviel wie garnichts, trieben sichvielmehr immer umher. Der Auditor wurde sehr bald versetzt. Von den wirklichen Beamtenwar dcr Justizbeamtc, der in jünger» Jahren gewiß tüchtig gewesen war, auch von Seiten seinesHerzens achtbar erschien, dergestalt dem Trünke ergeben, daß er fast in jeder Gesellschaft sich