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Geschäftslast beladen. Er hatte als Superintendent 36 Pfarren unter sich, mußte den Sitzungendes Consistorinms, welches zu drei oder vier Malen im Jahre zusammentrat und ans dem Land-drosten, einem RcgiernngSrathc und zwei geistlichen Assessoren, meinem Vater und einem Land-prcdigcr, bestand, beiwohnen und die Examina der Candidatcn der Theologie besorgen. Er mußtean jedem Sonn- und Festtage predigen (der zweite Prediger besorgte den Nachmittags-Gottcs-dienst), die Confirmandcn während eines ganzen Jahres unterrichten, alle drei Jahre Kirchen-visitationcn halten, die Candidatcn, meistens 10 bis 12, zu einem dolloguiv jährlich zusammen-rufen n. s. w. Dennoch nahm er bei Dräscckcns Abgänge einen Hauslehrer nicht wieder an,sondern besorgte nnsern Unterricht, an dem auch die Kiclmannscggischcn Kinder und später einegroße Anzahl Pensionäre Thcil nahmen, selbst. In den letzten zwei Jahren vor meinem Abgangezur Universität leistete ich ihm bei dem Unterrichte Hülfe, vorher auch mein Bruder, der zweiJahre früher zur Universität abging. Meine Jugendjahre waren daher sehr mühevoll, wozu nochkam, daß ich während des letzten Jahres vor dem Abgange zur Universität mich auf Anordnungmeines Vaters mit den juristischen Studiis beschäftigen mußte unter Leitung des Advocatcn Mendt,woran auch der jüngste Kielmannsegge, der später als Kanzlei-Director in Celle gestorben ist,Thcil nahm. Auch er hat keine hohe Schule besucht, ging aber ein halbes Jahr früher nachGöttingen als ich, weil er etwas älter war. Mit ihm habe ich immer ein freundschaftlichesBerhältniß bewahrt. Als ich nach Güttingen kam, nahm ich einen Landsmann Namens Unruh,der sehr tüchtig war und sich auch später als solcher bewährte, wegen der Wahl der Collegicnin Rath. Er examinirtc mich im römischen Rechte und erklärte mir dann, daß ich gleich Pandectcnhören solle. Ob es gut war, lasse ich dahin gestellt sein, aber auch in den Pandccten (beiMeister) kam so manches mir Bekannte vor, wodurch meine Aufmerksamkeit geschwächt wurde.Nachdem ich drei Jahre ans der Universität zugebracht hatte, verließ ich in dem für das hanno-versche Land so unglücklichen Jahre 1303 auf Michaelis Güttingen. Die Aussichten ans Anstellungwaren damals äußerst trübe. Außerdem erhielt man in früherer Zeit nur mit größcster Schwierig-keit die Zulassung zum Amtsanditoriat. In der Regel wurden nur adlige oder Söhne vonBeamten als Auditoren angestellt. Mein Vater hatte durch die Verbindung mit der einfluß-reichen Kielmannscggischen Familie einige Hoffnung, mich als Auditor angestellt zu sehen, aufderen Nealisirung jedoch bei der obigen einmal feststehenden Regel wenig gerechnet werden konnte.Die Verhältnisse der Beamten waren damals so vorzüglich, daß man sich glücklich schätzen mußte,wenn man zu dieser Karriere Zutritt erhielt, der aber in der Regel nur den obcngedachtcn bevor-zugten Familien zu Thcil wurde. Den unablässigen Bemühungen habe ich es lediglich zu danken,daß ich als Auditor zugelassen und nach vorgenommenen Examen mittels Nescriptcs der frühernKammer vom 5. April 1804 beim Amte Hoya angestellt wurde. Der Tag meiner Beeidigungist mir nicht mehr bekannt. Dort wohnte ich bei dem Amtmann Conrades und später bei dessenNachfolger Jsenbart und wurde besonders von crsterem, einem acadcmischen Freunde meinesVaters, zu den Geschäften angeleitet. Er war sehr schwächlich und deshalb oft sehr verstimmt,dabei aber äußerst thütig und galt auch für einen der tüchtigsten Beamten. Seiner Anleitungzu den Geschäften verdanke ich sehr viel. ES kam aber auch hinzu, daß das Amt sehr groß war,aus elf Vogteien bestand und über 16,000 Einwohner zählte und daß der erste Beamte dengrößten Theil der Geschäfte zu besorgen hatte, dafür aber auch I der Sporteln genoß. Außerdem Sonntage und dem Montage waren alle übrigen Tage mit gerichtlichen Geschäften besetzt,so daß man die Bearbeitung der schriftlichen Proceßsachcn, Termine ausgenommen, nur amMontage vornehmen konnte. Mit diesem Thcilc der Amtsgeschäftc, den Judicialsachen, war ichwährend meines Aufenthalts zu Hoya hauptsächlich beschäftigt sowohl als Auditor als auch als