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Frömmelei, sein fester Ernst ließ sich nicht ablenken von dem was er als einzig wahr erkannte;ein Feind des leeren Wortschwalles, wollte er dnrch Kürze, Wohlklang und treffende Rede wirken.Auch sein Unterricht, bestimmt und streng, wirkte durch die Kraft seines Wesens und das Fesselndeseiner klaren Worte. Ein Nachruf sagt über den Entschlafenen:
„Achtzehn Jahre hat der Verstorbene in unserm Kreise gelebt. Er war allgemein geachtet,wozu sein biederer gerader Charakter beitrug. Er huldigte einer freisinnigen kirchlichen Nichtnng,wie er denn auch viel zu sehr Denker war, um sich blos in todten Formen zu bewegen. SeinePredigten waren voll Geist und logischer Folgerichtigkeit, überzeugend und klar, ohne alle mystischeBeimischung, weshalb der gebildete Theil seiner Gemeinde ihn gern hörte, obgleich die Kraftseines Organs längst gebrochen war und er weniger mit dem Schwall des Wortes als mit demSinn der Rede seine Hörer fesseln mußte. Der Verstorbene war auch in wissenschaftlicher Hinsichteine höchst achtbare Persönlichkeit. Er war in fremden Sprachen, in welchen er in Hannoverunterrichtete, wohl bewandert und trieb das Studium derselben bis an sein Ende. Tolerant,fern von aller Frömmelei, nrdcntsch, haßte er Lug und Trug. Er war im wahren Sinne einBiedermann, ein deutscher Mann! Schlafe er den Schlaf des Gerechten!" —
Er hinterließ eine Wittwe, welche in hohem Alter, aber rüstig und gesund zu Schwerinlebt. Seiner Ehe entstammten:
1) Emma Friederike Sophia, geb. den 11. Mai 1825, vermählte sich am 17. Septem-ber 1850 mit August Ültzcn, geboren den 25. Mai 1813 zu Uelzen, von 1850—1864 Pächter vanGallin und Grevemtthlen in Mecklenburg-Schwerin, welcher jetzt als Rentier in Schwerin lebt.
2) Ernst Friedrich Ludwig, geb. den 15. August 1828.
3) Arnold Konrad Ludwig, geb. den 30. September 1830.
Johann Konrad Ludwig,^) der Bruder des Vorhergcnannten, hinterließ eineneigenhändig geschriebenen LcbcnSabriß, welchen ich dem Wortlaut nach folgen lasse: „Ich bin zuGifhorn am 18. Januar 1783 geboren. In meinem 6. Lebensjahre, im Herbste 1788, ich meineans Michaelis dieses Jahres, verließ ich mit meinen Eltern und Geschwistern diese Stadt, alsmein Vater, der hier Superintendent war, als Superintendent und Assessor des Consistorinmszn Natzcbnrg nach diesem Orte versetzt wurde. Noch ist mir in lebhafter Erinnerung die Abfahrtvon hier an einem Sonntage, nachdem mein Bater seine AbschicdSpredigt gehalten hatte, bei einersehr zahlreichen Versammlung der Gemeinde ans dem Hofe bei unserer Wohnung, die den sehrgeliebten Lehrer und Prediger nicht wegziehen lassen zu wollen schien, ohne den letzten AbschicdS-grnß von ihm erhalten zu haben. Wir, die Kinder, hegten große Anhänglichkeit an nnsern Geburts-ort und waren schon deshalb sehr betrübt. Die Liebe, die unserm Vater bei dem letzten Abschiedevon seiner Gemeinde bewiesen wurde, wirkte noch mehr ans nnS und ich erinnere mich noch sehrwohl, welche das Gcinüth der Reisenden ergreifende Sccne diese Abreise für uns darbot. Einedreitägige, mühsame und angreifende Reise war erforderlich, um uns nach dem so entferntenneuen Wohnort Natzcbnrg zu bringen. Wir übernachteten in Bodenteich, Blekcde und der dritteTag führte uns nach Natzcbnrg. Wie ungewöhnlich erschien uns da Alles! Es vergingen Jahre,che wir Gifhorn vergessen konnten. Ich verblieb bis zum Abgange zur Universität Göttingcn,bis Michaelis 1800, in Natzcbnrg. Eine Schule besuchten wir nicht. Bier Hanslehrer, Walprecht,Fuhrmann,'Bode und zuletzt Dräsccke (später in Magdeburg) crthcilten nnS unter Leitung ohneZweifel unsers Vaters den nöthigcn Unterricht. Mein Vater war mit einer überaus großen
») Ei» sehr ähnliches Brustbild, Oelgemälde von Feistkorn, ist im Besitz des Oberanttsrichlcrs A. Eggcrszu Wennigsen. „