10
sind aus allcrjüngstcr Zeit von den Kaisern im 15. und 16. Jahrhundert verlieh». DiesAlles beweist geradezu die Nothwcndigkcit, ein Wappen zuführen, für die angesehenen Geschlechter.Wie der Adlige desselben bei Turnieren und als Abzeichen im Kampfe nicht entbehre» mochte,so erkannte schon früh der Bürger ans friedlichem Gebiete die gleiche Notwendigkeit und dasGeschlecht hielt ans die Reinheit seines Wappens, wie das Ritterliche.
Somit wird Hans EggcrS seiner Bäter Wappen geführt haben und dürfen wir ohneZweifel dasselbe den Urwappcn zuzählen. Bricfwappeu werden in einer von frühester Zeit ansrcicn, allem Fürstcndicnst abholden, Stadt ohnehin sehr selten gewesen sein.
Naturgemäß hat sich mit dem Gebranch der Wappen gerade durch die ersten Geschlechterauch ein gewisser CultnS derselben entwickelt. Nicht allein als wichtiger Bestandteil einerUrkunde galt dnS Siegel; der stolze Rathshcrr, der mit schroffer Strenge ans die Vorrechteseines Standes und seiner Stellung hielt, liebte es, das Wappen an seinem Hanse in Steinmeißeln zu lassen, in der Kirche und im Sitzungszimmer dasselbe an seinem Stuhle zu erblicken.Von Herolden sind die Wappen natürlich nie geprüft, denn Turniere hielten die Städte nicht;wohl fanden dieselben in ihren Mauern und ans ihr Betreiben statt, wie z. B. zu Ehren derDünenkönige in Hamburg. Auch wird der RathShcrr, der ritterliche Wehre und Waffen trug,Schild und Helm mit seinem Wappen geziert haben, zumal in ältester Zeit, wo dasselbe beiKampf und Streit als erbliches, äußeres Unterscheidungszeichen der Person und Familie galt.Man pflegte die Wappen in Wnppenbüchcrn zusammenzustellen, sie im NathhanSsaale über denBildern ihrer Herrn anzubringen, daS Nathhaus und öffentliche Gebäude damit zu zieren. Ja,man gehe nur ans die Friedhöfe und in die Grabgewölbe des alten Hamburg und wenige alteGräber erbgcscssencr Geschlechter wird man finden, deren gewaltige Deckstcinc nicht das Wappcn-bild der Herrn ziert.
Von HanS Eggers ist noch mitzuthcilcn, daß er Kaufmann war, wie seine Väter, undzwei Söhne hinterließ, Hans und Jacob.
Servatius (Aggers, der zweite Sohn Nieolans II., war Vicar zu St. Jacobi, dannnach Einführung der Reformation'"^) erster lutherischer Kaplan (Uiacoinis) dieser Kirche um1527; er starb den 25. November 1564. Somit werden wir als Zeitpunkt dcö Ucbcrtrittsunserer Familie zur Reformation die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts annehmen dürfen undHütten dann die Eggers zu den ersten gehört, welche der neuen Lehre zufielen.
Hans Aggers war gleich seinem Vater Kirchgeschworcncr zu St. Jacobi 1560, Mit-vorsteher des St. Johaunis-Klosters. Als dann am 24. Juli 1565 der Kümmcrcibürger Wittean der in Hamburg stark grassircnden Pestch) verstarb, wurde am 27. November ans demRathhansc H. Eggers auf den Vorschlag des Rathes durch das Loos zum Nachfolger erkoren.-sch)Auch diese Stellung war ein hoher Vertrauensposten, denn der Kümmeretchfch) und ihren Bür-
B Lappcnberg, S. Iii.
Nach Roth von Schreckenstein haben die Patricicr der Süd- und Mitteldeutsche» Städte tur-nirt, gleich den Adligen.
Die Reformation, durch Bugcnhagen in H. eingeführt, war im Allgemeinen beendigt durch denangen Rccejz vom 18. Febr. 1529.
1") Es starben in Hamburg und dessen Umgegend 20,000 Menschen,ff) Gallois, 974.
fsch) Früher unterstellt dem Rathe war die Verwaltung der Kämmerci seit lSKL freiwillig der Bürger-schaft überlassen und wurde seit jener Zeit durch die zu diesem Zweck verordneten Deputirtcn gehandhabt, vi'.O. Beneke. Ein Blick auf H. Vergangenheit. 19.