54
Es ist hier nicht der Ort die Construction eines aplana-ti steli-achrom atischen Fernrohrs, d. h. eines solchen Fern-rohrs, welches keine sphärische-und chromatische Aber-ration hat, näher zu beschreiben; hierüber kann man die vor-her obenerwähnten Werke nachlesen. In solchen Fernröh-ren besteht das Objectiv (Fig. 15) aus zwei Linsen AB undA' ß'; die erste dieser Linsen, A ß, welche auf den Ge-genstand gerichtet wird, ist eine bi-convexe Linse, aus Kron-glas (oder gewöhnlichem Glase) verfertigt; die zweite Linse,A' ß', ist eine Meniscus aus Flintglas (oder von solchemGlase, welches eine kleine Menge Bleioxyd enthält). DieserMeniscus liegt mit seiner concaven Seite auf der Kron-glaslinse, ohne sie jedoch zu berühren, indem zwischen bei-den Linsen drei kleine Staniolblättchen an den Rändernbeider Linsen sich befinden, welche um 120 n von einanderabstehen, so dass überall ein kleiner Zwischenraum zwischenbeiden Linsen bleibt. Diese Linsen sind sphärisch geschlif-fen, und ihre Oberflächen haben alle, verschiedene Krüm-mungen, welche von der Brechung und Zerstreuung desLichts in Krön- und Flintglase abhängen und so berech-net werden, dass die Fehler der Kronglaslinse durch dieFehler der Flintglaslinse aufgehoben werden.
Achromatische Oculare giebt es zweierlei Art. Daserste von ihnen, das sogenannte Huygensche Ocular, be-steht aus zwei plan - convexen Kronglaslinsen (Fig. 15),welche beide ihre convexe Seite dem Objective zukehren,und so construirt sind, dass die Brennweite der ersten Linsedes Oculares (derjenigen, welche dem Objectiv zunächst liegt)sich zur Entfernung der ersten Linse von der zweiten Linseund zur Brennweite der letzteren verhält, wie 3 : 2 : 1; sodass also die erste Linse, um ihre halbe Brennweite näheram Objective liegen muss, als der Brennpunkt der zweitenLinse des Oculares. Die erste Linse dieses Oculares fängtalso die Lichtstrahlen, welche aus der Objectivlinse treten