Es ist bekannt, dass sich die Erde tätlich, mit gleich-förmiger Geschwindigkeit nin ihre eigene Achse, in derRichtung von Westen nach Osten dreht; in Folge dieserUmwälzung, scheint der ganze Himmel mit allen Gestirnen,sich um eine Linie zu bewegen, die mit der Verlängerungder Erdachse zusammenfällt und gewöhnlich Weltachse ge-nannt wird. Die Sterne werden also tägliche Bewegungenvon Osten nach Westen zu machen scheinen und Kreise be-schreiben, welche alle senkrecht auf der Weltachse stehen.Je näher sich ein Stern scheinbar an dieser Achse befindet,desto kleiner wird der Kreis in welchem er seinen täglichenUmlauf vollendet, und desto geringer erscheint uns seineGeschwindigkeit. Die zwei Punkte des Himmels, welchevon der Achse getroffen werden, sind dadurch bezeichnet,dass sie bei der allgemeinen Umdrehung des Himmels ganzunbeweglich bleiben; diese beiden Punkte sind die Welt-pole. Der uns in Europa sichtbare Pol, heisst der nörd-liche, der entgegengesetzte der südliche. Denken wiruns eine, durch den Mittelkunkt der Erde senkrecht zurWeltachse gehende Ebene, so durchschneidet sie die Erd-oberfläche in einem Kreise, welcher die Erdoberfläche inzwei gleiche Theile, die nördliche und südliche Halbkugeltheilt; diese Ebene heisst der Aequator und ist mit dertäglichen Bahn eines jeden Sternes parallel.
Es sei o (Fig. 1) der Ort des Beobachters auf der Erd-oberfläche, p p' die Erdachse, P und P' die beiden Welt-pole; oZ die Lothlinie, und ZdasZenith des Beobachters.Zieht man nun eine Ebene durch die beiden Weltpole P, P'und durch das Zenith Z, so bekommt man den Meridian;diese Ebene trifft den Aequator und den Horizont unter ei-nem rechten Winke), weil sie sowohl durch die Erdachsepp\ als auch durch die Yerticallinie o Z, geht. Der Durch-schnitt des Horizonts mit der Ebene des Meridians bildetdie sogenannte Mittagslinie; das nach der Gegend des