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Geschichte des uradelichen Aufseß'schen Geschlechtes in Franken
Entstehung
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gefügt, zumal auch die zu Abgaben verpflichteten Unterthanen theilsgestorben und ermordet worden waren, theils wegen der Zerstörungihrer Häuser nicht mehr zahlungsfähig sich zeigten.

Auch hier spielte der Haß und Neid der Hollselder Bürger gegendie Familie Aufseß eine hervorragende Rolle, welche sich in deinGloekcnraub zu Wüstenstein, der Zerstörung des Schlosses Neidensteinund den Chikanen wegen der Biereinfuhr von den umliegenden Auf-seßschen Gütern nach Hollfeld äußerte. H

Christoph Daniel (239), unser Stammvater, baute nach dein Kriegedas Schloß Unteraufseß wieder aus und vergrößerte es. Auch dieübrigen Schlösser, bis auf Neidcnstein, wurden wieder aufgebaut undüberall unter den annehmbarsten Bedingungen, indem man die Grund-stücke nur gegen Zehuten, Gülten und Frohuden verlieh und dasBauholz herschenkte, Ansiedler geworben.

Rm die durch die protestantischen Besitzer von Aufseß und Freieu-sels eingeführte protestantische Lehre auszurotten, versuchte es derBischof von Bamberg, denselben die Lehen streitig zu machen undunter sonstigen Vorwänden die Güter zu entziehen, wie bei Zakob (223)und Hans ZVilhelm (263) näher nachgewiesen ist. Bei Letzterein zeigtesich die Ohnmacht des Kaisers gegenüber dem Fürstbischof von Bam-berg, der alle kaiserlichen Befehle und Rechtssprüche mißachtete.

Die Zeit, welche nach dein westphälischen Frieden der französischenRevolution und dein Zerfall und der Aufläsung des deutschen Reichesvoranging, war für ganz Deutschland aus verschiedenen Gründen einesehr traurige, die sich auch überall in den reichsritterschaftlichen Fa-milien geltend machte. Wenn auch nach den Akten der Friedens-kommisston der Neichsritterschaft ihre Cristenz garantirt und sie be-züglich des Normaljahres (62H und der freien Religionsübung denübrigen Reichsständcn bezüglich ihrer Besitzungen gleichgestellt wurden,so waren sie doch den Angriffen der Mächtigeren ohne Schutz preis-gegeben, wie sich bei Zakob (228) und Hans Wilhelm v. A. (263)zeigte.

Diejenigen, welche sich um diese Zeit als Protestanten der katho-lischen Lehre zugewendet hatten, wie Carl Siegmund (239), Zechani?Friedrich (396), Christoph Wilhelm (397), Zulius Heinrich (3L>9), GeorgChristoph (3(9), Heinrich Christoph (326), Zobst Beruhard (329),Wilhelm Friedrich (336), Christian Crnst (3stp), Carl Dietrich ZobstBernhard (3st3), Johann Philipp (3^6), sehen wir alle mit hohengeistlichen und weltlichen Würden belohnt und Reichthümer besitzend,

') S. Akten im Archiv zu Aufseß, Bamberg und Abschn. IV. 6.