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Partikularismus und Einheit der Deutschen Nation
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Preussen hielten der alte und der neue Glaube einander dasGleichgewicht, und seine Bekenner waren darauf ange-wiesen, sich miteinander zn vertragen. Denn die Erkenntnis,dass diese Gegensätze nicht durch Gewalt aus der Welt zuschaffen seien, hatte man schon vor dem 30jährigen Kriegegewonnen. Ward doch der Religionsfrieden von Augsburg ge-schlossen,um die löbliche deutsche Nation vor endlichemvorstehenden Untergang zu verhüten und damit man destoeher zu christlicher, freundlicher und endlicher Vergleichungder spaltigen Religion, kommen möge". 16 )

IV.

Die Hochflut des Partikularismus hatte die einheitlicheReichsgewalt verschlungen. Was der westfälische Friededavon bestehen liess, waren Formen ohne Inhalt. Neue For-men der Einheit des deutschen Volkes konnten sich fortan nur aufeinem Wege bilden. ") Wenn eines der grössern Fürstentümerim Innern unablässig die Gewalt des Landesherrn stärkte, nachaussen in stetigem Fortschritte seine Grenzen erweiterte, dannwar es möglich, das Ziel wirklich zu erreichen, dem von denKönigen nach Heinrich VI. vielleicht Albrecht I. am nächstengewesen ist.

Aus dem Westen und Süden des Reichs, wo die zwerg-und zwitterhaften Staaten am üppigsten wucherten, konnteeine Erneuerung des Reichs nicht ausgehen. Es war ledig-lich die Frage, welchem der beiden grössern Territorien desOstens die Lösung dieser Aufgabe zufallen werde, ob Branden-burg oder Österreich berufen sei, die übrigen Stämme zur An-erkennung seiner Hoheit zu bringen und so das Werk derEinigung zu vollenden.

Eine Betrachtung der Karte lehrt, dass die natürlichenVerhältnisse des Bodens die norddeutsche Ebene für die Bil-dung eines grössern Staatswesens geeigneter machen als denSüden Deutschlands. War nun einmal ein auf festem Grunderuhender Staat in den weiten Ländern zwischen Weichselund Maas gegründet, so war es nur eine Frage der Zeit,wann das übrige Deutschland sich mit demselben zu einemeinheitlichen Körper vereinigen werde. Denn die Natur hat