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das deutsche Land so gestaltet, dass sich Glied an Gliedreiht und keines für sich allein zu leben vermag, ohne sichselbst und das Ganze zu schädigen.
Ein Blick auf die geographische Gestaltung Mitteleuropaswird von der Richtigkeit dieser Behauptung überzeugen.
Das Gebirge, das, bei den Quellen der Oder beginnend,etwa gleich weit von dem Kamme der Alpen und dem Saumeder See entfernt, in einer Ausdehnung von etwa 130 Meilensich bis in das Maas-Gebiet hinzieht, ist nicht etwa eine fort-laufende Kette von Erhebungen, wie Alpen, Karpathen, Balkanund Apenninen, die wie völkertreimende Mauern aufgerichtetsind; nur in seinem östlichen Teile, von den Sudeten bis zurMainquelle, erhebt sich das Gebirge in grösserer Mächtigkeitund Breite, nur an einer Stelle von dem Flussthale der Elbedurchbrochen; aber das mit dem Fichtelgebirge beginnendeeigentliche deutsche Mittelgebirge in Franken und Thüringen,in Westfalen und dem Rheinland ist nichts weniger als eineScheidewand. Denn einerseits ist der Anstieg aus der Tief-ebene nirgends mit Schwierigkeiten verbunden, andererseitsdurch Weser, Rhein, Elbe und deren Zuflüsse die Möglichkeiteines leichten und regen Wechselverkehrs gegeben. Nur ganzvereinzelt finden sich namentlich in Thüringen abgeschlosseneKantone, wie sie der Landschaft und der Geschichte derGriechen ein eigenartiges Gepräge geben. Allenthalben greifenBerg, Thal und Ebene ineinander, und so wird das Mittel-gebirge zu einem Lande des Übergangs, das die Gegensätze,die der Norden und Süden von Deutschland nach Volksart,Produkten und Klima aufweisen, vermittelt und ausgleicht.
Im Süden stossen wir auf scharf abgeschlossene Land-schaften. Schwaben ist wie Thüringen mannigfach gegliedertund ein günstiger Boden für die Bildung kleinerer Staatensplitter.Der Schwarzwald trennt die Schwaben von den Alemannen,der Lech mit seinen schwer zu überschreitenden Geröllbänkenund den häufig steil abfallenden Uferrändern die Schwabenvon den Bayern. Weiter nach Osten bilden Inn und Ennsähnliche Hindernisse des Wechselverkehrs. Die Donau selbsthat lange nicht in dem Masse wie andere Flüsse die Bedeu-tung einer Völkerstrasse, da donauaufwärts die Schiffahrt mit