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Partikularismus und Einheit der Deutschen Nation
Entstehung
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gehegt hatte, wieder auf. Im Kampfe mit den kirchlichenIdeen, im Kampfe mit der Selbständigkeit der italischen Städteund mit der Rebellion in Deutschland sind die grossen politischenRechner, Vater, Sohn und Enkel, auf ihr Ziel losgegangen.Wir erinnern nur an die anfänglichen Erfolge Friedrichs:an die Ausdehnung des kaiserlichen Einflusses auf die slawi-schen Lande, an die Eroberung und Sicherung des areiatisclienReichs, an die Demütigung der lombardischen Städte, an dieTriumphe der Kirchenpolitik seines Kanzlers: es sind ebensoviele Staffeln, die zur Höhe der Weltherrschaft führen sollen.Friedrich zieht nur die Konsequenzen aus seiner Stellungals Nachfolger der alten römischen Imperatoren, wenn erdie Vorstellungen und Lehren von seiner Machtvollkommen-heit auf Grund des römischen Rechts theoretisch feststellenlässt. Er hatte den Gipfel seines Ansehens erreicht, als erdurch die Kanonisirung Karls des Grossen der kaiserlichenWürde eine neue höhere Weihe in den Augen der Völkergegeben hatte. Zwar erlitt der Kaiser, den der erste Reichs-vasall im Stiche gelassen hatte, eine schwere Niederlage,die ihn seiner Stellung in der Po-Ebene beraubte und ihnnötigte, die Suprematie der deutschen Kirche, wie sie Reinaldvon Dassel vertreten hatte, im Frieden von Venedig aufzu-geben. Der Kaiser, ein echter Staatsmann, hatte diese Opfergebracht, um nicht in die Lage zu kommen, noch grösserebringen zu müssen. War doch damals die Gefahr abzuwenden,dass sich im Norden des Reichs eine selbständige Macht bil-dete, die um so bedrohlicher war, als sie reiche Hülfsquellenauch im Süden hatte und jenseit der Elbe über ein aus-gedehntes Kolonistengebiet verfügte. Im Bunde mit denReichsbischöfen und Äbten, im Bunde mit der Mehrzahl derLehnsherren ist Friedrich I. des Löwen Meister gewordenund hat dann durch die Zersplitterung Sachsens und dieTeilung Bayerns der Erhaltung der Einheit der Nation mäch-tigen Vorschub geleistet. Im Besitze der Anwartschaft aufApulien und bestimmter Rechte auf die lombardischen Ein-künfte hinterlässt er seinem Sohn eine Stellung, in der dieserdaran denken konnte, die staufische Herrschaft auf Kosten desPapstes über ganz Italien auszudehnen, die Mittelmeermonarchie