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Partikularismus und Einheit der Deutschen Nation
Entstehung
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dem Grundsatz Ausdruck gaben, dass auch bei dem Vor-handensein eines fähigen Thronerben die förmliche Königs-wahl nicht überflüssig werde. Ein ohnmächtiges Wahlkönig-tum war die Losung der Fürsten, für die ottonische Verfas-sung und die Einheit des Reichs rang die kaiserliche Partei.Wenn diese sich auch im ganzen behauptete, so hat damalsdie deutsche Verfassung doch eine durchgreifende Änderungerfahren. Neben dem machtvoll entwickelten Vasallentumtritt die erstarkte Bürgerschaft der Städte als ein unter Um-ständen ausschlaggebender Faktor in die deutsche Geschichteein, und neben den bäuerlichen Interessen beginnt das Kapitalder Kaufleute in den grossen Mittelpunkten des Verkehrseine Rolle zu spielen. Aber zunächst erhob sich überalles die Gewalt der Fürsten, und wenn sie auch denAnspruch, das Reich für sich darzustellen, nicht vollkommendurchsetzten, so sicherten sie sich doch, ehe sie den Friedenmit der Kirche vermittelten, wichtige Zugeständnisse. Wennes auch für das Imperium von der grössten Bedeutung war,dass im Konkordat von Worms die Kirche auf die weltlicheBelehnung verzichtete, so sind doch die Ideen eines welt-beherrschenden Kaisertums für die folgende Generationerloschen. An seine Stelle ist das Papsttum getreten.

Auch hat die materielle Grundlage der Reichsgewalt durchdie Verminderung der Leistungskraft der Kirche und derköniglichen Eigengüter eine empfindliche Schwächung erlitten.Ja, es fanden in der Wahl Lothars die in Forchheim ausge-sprochenen Grundsätze neue Anerkennung. 5 ) Alte Geschlechterwaren vom Strudel des Krieges verschlungen worden, neuehatte er emporgehoben: die Ballenstedter, die Winzenburger,die Wettiner, die jüngere Linie der Weifen, die Staufer gehenmit vermehrtem Bestände an Gütern aus dem Kriege hervor.

Aber mochten auch dem Fürstentum die Flügel gewachsensein, der König blieb das Haupt des Reichs, die Spitze desHeerschildes. Und als gewaltige Persönlichkeiten zur Kroneberufen wurden, konnte sich das Königtum fast bis zu derHöhe erheben, auf der es unter Konrad II. und Heinrich III.gestanden hatte. In den Staufern lebten die weltumfassendenVorstellungen von der kaiserlichen Allgewalt, die Otto III.