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Partikularismus und Einheit der Deutschen Nation
Entstehung
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Einvernehmen zwischen Königtum, Episkopat und Papsttumzur Voraussetzung hatte. Hatte sich die Verbindung dieserGewalten unter Otto III. gelockert, die staatsmännische KunstHeinrichs II. stellte sie wieder her, und die Regierung seinerNachfolger, der beiden ersten Salier, bezeichnete den Höhe-punkt eines Systems, das die lehnsrechtlichen Grundsätzein weitester Ausdehnung auf die kirchlichen Ämter anwandte,zu Bischöfen und Äbten nur unbedingt dem König ergebenePersönlichkeiten ernannte und ihnen Treue gegen den oberstenLehnsherrn zur ersten Pflicht machte.

Es hat neuerdings zum erstenmal zusammenhängend undmit eindringendem Verständnis W. Maurenbrecher 4 ) gezeigt,wie die Könige es vermocht haben, das Erbrecht der Kronegegen alle Anfechtungen zu behaupten, und wie auf dieserBehauptung des Erbrechtes Einheit und Macht des Reichsberuhten. Erst als die Kirche in engen Bund mit den Fürstentrat, wurde das Erbrecht und damit die Einheit des deutschenReichs bedroht. Es waren die Ideen von Cluny, die zuerstseine alten Grundlagen ernstlich erschütterten. Die kirch-lichen Organe besonders in der Verwaltung ihres unge-heuren weltlichen Besitzes selbständig zu machen, die Geist-lichkeit durch Priestercölibat und freiwillige Armut der Weltzu entrücken und zur höchsten Stufe der Vervollkommnungemporzuheben, die Christenheit, das sichtbare Reich Gottes,unter der Leitung des Papstes gegen das Heidentum und denIslam ins Feld zu führen, das waren die Ideale, für dieGregor VII. mit dem Königtum Heinrichs IV. rang.

Eben war dieser im Begriff, nach Niederwerfung dessächsischen Aufstandes im Sinne seiner Ahnen die Unum-schränktheit der königlichen Macht durchzuführen, als ihmaus dem Schosse der Kirche, die der Vater aus tiefstemVerfall emporgerichtet hatte, ein furchtbarer Gegner erwuchs.Gregor gab den Ideen, die seit den letzten Jahrzehnten dieMassen beherrschten, eine praktische Gestalt. Mit dem Ver-bot der Laien-Investitur legte er die Axt an die königlicheMachtstellung. Ich verweile nicht bei den grossen Katastro-phen, die das Königtum zu einem blossen Schemen machten,nicht bei dem unseligen Tage zu Forchheim, wo die Fürsten