156
vorläufig nur bis Obersekunda Gynasialklassen errichtet werden sollten.Man bat dringend bei dein Provinzial-Schulkollegium, die ministerielleGenehmigung möge dahin erweitert werden, daß mit Ostern 1883beginnend von Untertertia ab alljährlich eine Gymnasialklasse, bis zurOberprima einschließlich aufsteigend, bei dem Realgymnasium eingerichtetwerden dürfe. Bereits unter dem 7. Februar 1883 genehmigte derHerr Minister die Errichtung einer Gymnasialuntertertia, jedoch mitder Maßgabe, daß den Schülern der damaligen Realquarta der Eintrittin die neue Klasse nicht gestattet sein solle.
So wurde denn glücklich per tot ckisovimina rorum 45 Jahrenach der Begründung der Realschule das städtische Gym-nasium begründet; am 9. April 1883 wurde der Unter-richt in der neuen Gymnasialuntertertia eröffnet. In regel-mäßigem Aufstieg folgte Ostern 1884 die Eröffnung der Obertertia,Ostern 1885 der Untersekunda, Ostern 1886 Obersekunda, 1887 Unter-prima, Ostern 1888 Oberprima. Ostern 1389 hoffen wir die ersteAbiturientenprüfung abhalten zu können. Da auf Antrag des Kura-toriums vom 13. November 1886 uud durch Verfügung des KöniglichenProvinzial-Schulkollegiums vom 7. Dezember desselbeu Jahres dergymnasiale Lehrplan in Sexta und Quinta von Ostern 1887, inQuarta von Ostern 1888 Anwendung finden wird, so zeigt mitOstern 1888 nach fünfjährigein Bestehen das Gymnasium die stattlicheAnzahl von 12 Klassen, von denen vorläufig Ober- und Unterprimanoch kombiniert sind. Mit Herbst 1885 übernahm der Verfasser dieLeitung der Anstalt und die Fortführung des vom Direktor Kirchnerso glücklich und so geschickt begonnenen Werkes.
Das Anwachsen der Anstalt ging nicht ohne ernste Beaufsichtigungvon feiten der Behörde vor sich. Bevor die Genehmigung zur Eröffnungder Obersekunda erteilt wurde, unterwarf Herr Provinzial-SchulratDr. Deiters im Auftrage des Herrn Ministers die Schule einer allsei-tigen Revision am 29. und 30. März 1886, nachdem am 26. und27. März die Versetzungsprüfung der Untersekundaner unter dem Vorsitzdesselben Herrn stattgefunden hatte. Unter dem 5. Mai desselbenJahres genehmigte der Herr Minister die Versetzung der Schüler EduardEuler, Edwin Gallus, Otto Gallus, Wilhelm Hennighausen, JohannesJttenbach, Siegfried Rätzer, Eugen von Vietsch, Bernard Vonhoff,Wilhelm Widenmann. Nachträglich wurde der vor der Versetzungs-prüfung erkrankte Hans Schönfeld nach Oberseknnda versetzt, so daß die