Das städtische Düsseldorfer Gymnasium, das vorläufig nur eineAbteilung des Realgymnasiums bildet, das aber in seiner stattlicheilEntwickelung dein Sohne zu vergleichen sein möchte, dem ein gütigesGeschick mehr Glück und Wohlergehen als dem Vater spendet, hateine lange Vorgeschichte, wenn man alle die humanistischen Regungenund Ansätze, welche mit dem reinen Charakter einer Realschule sichschlecht vereinigen lassen, als Regungeil gymnasialer Natur und somitals ein Stück gymnasialer Vorgeschichte ansieht. Schon in den Jahren,da man die Gründung einer Realschule in Düsseldorf plante, tritt derName Gymnasium im engsteil Znsammenhange mit der neu zu grün-dendeil Realschule hervor. Nachdem nämlich der Düsseldorfer Stadtratin seiner Sitzung vom 1. Mai 1835 die Errichtung einer Realschuleals ein dringendes Bedürfnis anerkannt und seine Bereitwilligkeit aus-gesprochen hatte, die Ausführung des Planes möglichst zu fördern,übersandte die Königliche Regierung dein Stadtrat 2 Pläne, vonwelchen der eine sich ans den Fall bezog, daß eine von dem KöniglichenProvinzial-Schulkolleginin befürwortete Vereinigung der Realschule mitdem hiesigen Königlichen Gymnasium beabsichtigt werde und, unterVoraussetzung eines Zuschusses von jährlich 1600 Thlrn. seitens derStadt, zu dein Ende einige Realparallel-Klassen an dasselbe angeschlossenwerden sollten, der andere dagegen für die Gründung einer abgeson-derten, selbständigen Anstalt entworfen war. Der letztere Plan wurdein der Sitzung des Stadtrates vom 16. Juni 1837 angenommen,der erstere abgelehnt. Doch trotz der Ablehnung sollte die Idee einerVereinigung von Realschule und Gymnasium nicht zur Ruhe kommen;sie hat vielmehr bald stärker, bald schwächer die ruhige und gleich-mäßige Entwickelung der Realschule beeinflußt und ist schließlich so zurHerrschaft gelangt, daß man unwillkürlich denken muß an einen Bau-stein, den die Bauleute anfangs verwerfen, um ihn schließlich zumEckstein zu verwenden. —
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