Druckschrift 
2 (1851)
Entstehung
Seite
358
Einzelbild herunterladen
 

358

Bestimmung der Breite eines Ortes und der Zeitder Beobachtung mit Hülfe zweier verschiedenenausserhalb des Meridianes gemessenen Höhen.

19. Beobachtet man des Nachts und auf dem Fest-lande, so wird man niemals, die hier weiter unten beschrie-bene Methode nöthig haben; wenn die Beobachtungen aberbei Tage angestellt werden, und vorzüglich zur See, sowird diese Methode zuweilen sehr nützlich sein. Hierzumisst man gewöhnlich Sonnenhöhen, und wir wollen zuerstdiesen Fall näher in's Auge fassen, weil er der wichtigstein der Praxis ist.

Man bestimmt nämlich unmittelbar aus den Beobach-tungen, die Höhen des Ober- oder Unterrandes der Sonne;mit Hülfe dieser genäherten Höhen und dem aufgeschriebenenStande des Barometers und Luft-Thermometers, sucht manalsdann die Strahlenbrechung, und zieht sie von den beo-bachteten Höhen ab, legt man dann endlich die entsprechendeHöhen-Parallaxe hinzu, so erhält man somit die wahrenHöhen des Ober- oder Unterrandes, legt man nun hierzuden scheinbaren Halbmesser der Sonne hinzu, oder ziehtman ihn davon ab, je nachdem der Unter- oder Oberrandder Sonne beobochtct wurde, so erhält man die wahrenHöhen des Sonnencentrums. Vermittelst des bekannten Gangesder Uhr, kann man das zwischen beiden Beobachtungenverflossene Zeitintervall, leicht in wahre Sonnenzeit, unddarauf auch in Grade verwandeln, wovon 15 auf 1 Stundegehen. Dadurch erhält man, entweder den Unterschied derStundenwinkel der Sonne, wenn beide Beobachtungen aufeiner Seite des Meridianes angestellt wurden, oder auch