Druckschrift 
2 (1851)
Entstehung
Seite
352
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findet, schreibt man die Chronometer-Zeit auf; alsdann rücktman die Alliidade um 20' genau auf dein Limbus weiter,und stellt eine ähnliche Beobachtung wie früher an, hat manauf diese Weise einige Höhen des Oberrandes beobachtet, soist es gut, auf dieselbe Weise eben so viele Höhen desUnterrandes eben so zu beobachten. Nachmittages fängtman die Beobachtungen mit derselben Höhe und demselbenBande der Sonne an, mit welcher man die vormittägigeBeobachtungsreihe beendigt hatte. Legt man darauf zu dergenäherten Zeit des Chronometers im wahren Mittage, dieZahl von Stunden und Minuten, welche seit den vormittägigenBeobachtungen und diesem Chronometer-Mittage verflossensind hinzu, so erhält man nahezu die Chronometerzeiten, woder Sonnenrand dieselben Höhen, wie des Vormittages habenwird, und nun stellt man die Beobachtungen eben so wiedes Vormittages an, indem man die Alliidade jedesmal aufdie frühere Anzahl von Graden und Minuten stellt, undauch denselben Rand wie früher beobachtet.

Will man sehr genau beobachten, so muss man nochden vormittägigen und nachmittägigen Stand des Barometersund Thermometers ablesen, um das Resultat vom Einflüsseder Veränderung der Strahlenbrechung in der Zwischenzeitzu befreien. Wenn die Beobachtungen der correspondi-renden Höhen mit einem künstlichen Horizonte angestelltwerden, so muss man das Glasdach, mit welchem man ihnbedeckt, immer so stellen, dass ein und dieselbe Seite (zumBeispiel die mit A bezeichnete des Vormittages und Nach-mittages dem Beobachter zugewendet sein wird; denn alsdannwird eine Unrichtigkeit der Glastafeln, welche in dein Dachebefestigt sind, immer auf derselben Seite wirken, und alsodie Gleichheit der correspondirenden Höhen nicht beein-trächtigen.

Beispiel. Zu Novotscherkask, dessen nördliche Breite— 47024', und östliche Länge von Greenwich = 2 A 40'30"