Bestimmung' der geographischen Länge durchMondsculmiriationen.
187. Die nahezu centralen Sonnenfinsternisse und Stern-bedeckungen, liefern das beste allgemeine Mittel zur Län-genbestimmuug, welclies für diejenigen Beobachter ganz be-sonders wichtig ist, denen die Apparate zu einer testen Auf-stellung ihrer Instrumente fehlen. Aber diese Erscheinungen,ereignen sich nicht häufig genug, und der Reisende wird da-her oft genöthigt sein, seine Zuflucht zu anderen Methodenzu nehmen; die bequemste unter diesen, besteht nun inder Beobachtung der geraden Aufsteigung des Mondes undheisst die Methode der Mondsculminationen.
Die gerade Aufsteigung des Mondes verändert sich sorasch, dass im Laufe zweier Zeitminuten, sie sich beinahe um1' in Bogen ändert; wenn daher die geraden Aufsteigun-gen des Mondes an zwei verschiedenen Meridianen beob-achtet werden, so wird man aus dem Unterschiede diesergeraden Aufsteigungen leicht auf die geographische Längen-differenz dieser beiden Meridiane scldiessen können. Wirhaben früher gesehen, dass die All eines jeden Gestirnesgleich der Sternzeit beim Eintritte dieses Gestirnes in denMeridian ist, und dass man zur bequemsten Bestimmungdieser Zeit sich des Durchgangsinstrumentes bedient; stelltman es also im Meridiane auf, und beobachtet darauf die Zeitdes Durchganges des Mondsrandes und eines Sternes, so kannman den Unterschied der Sternzeiten bei den Eintritten dieserbeider Gestirne in den Meridian berechnen, und wenn mandiesen Unterschied zur bekannten All des Sternes zulegt,im Falle, dass der Stern dem Monde voranging, oder ihn vonder All des Sternes abzieht, wenn dieser später als der Mond