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Wunsche erwiderte, daß das Mädchenschulwesen in Düsseldorf sich immergedeihlicher zum Preise Gottes und zu Nutz und Frommen der Töchterunserer Stadt entwickeln möge. Am Nachmittage versammelten sich dieLehrer und Lehrerinnen der drei Schulen, sowie die Selektanerinnen zueiner Nachfeier in Gerresheim, die in äußerst gemütvoller Weise verlief.
Am 11. Juni wurde von feiten der Schule das Fest der goldenenHochzeit unseres erhabenen Herrscherpaares in der geschmückten Aula derAnstalt durch Gesang und Deklamation der Schülerinnen, sowie durcheiue Festrede des Berichterstatters über den Verlauf des Familienlebensdes hohen Jubelpaares feierlich begangen. Zum Andenken an diesesseltene Fest wurden die Büsten Seiner Majestät des Kaisers und IhrerMajestät der Kaiserin mit goldenen Lorbeerkränzen geschmückt und demKuratorium der Lehrerinnen-Pensionsstiftung aus freiwillig gesammeltenBeiträgen 150 M. übersandt.
Da die Zahl der Selektanerinnen zu Beginn des Schuljahres1877/78 auf 38 gestiegen war, so genehmigte die Königliche Re-gierung auf Antrag der Schulverwaltung unter dem 28. April 1878,daß die beiden Abteilungen bis ans weiteres in 14 Stunden ge-trennt unterrichtet würden. Diese Zahl steigerte sich bei Beginn desSchuljahres von 1878/79 auf 50. Da dieselbe zu groß erschien, umeine individuelle Ausbildung der einzelnen Aspirantinnen zu ermöglichen,so stellte die Schulverwaltung bei der Königlichen Regierung den An-trag auf eine völlige Trennung der beiden Abteilungen und beschloßdie Berufung eines neuen wissenschaftlichen Lehrers, der in der Persondes Herrn Rinkel aus Göttingen durch die am 9. Oktober v. I. voll-zogene Wahl seitens der verehrlichen Stadtverordneten gewonnen wurde.
Durch den Eintritt dieser neuen Lehrkraft, die hauptsächlich fürden Unterricht in den neueren Sprachen berufen war, wurde es möglich,die schon lange geplante gänzliche Trennung der beiden Seminarklassendurchzuführen. Dieselbe hat sich vortrefflich bewährt, indem eine mehrindividuelle Behandlung der einzelnen Aspirantinnen dadurch wesentlicherleichtert wurde.
Mit dem Schluß des Sommcrsemesters verließ Herr Keßler seineStellung an der Luisenschule und trat sein neues Amt als Rektor derBürgermädchenschule an. Derselbe hat der Luisenschule seit Herbst 1878als Lehrer des Deutscheu, der Geschichte und Geographie in den oberenKlassen angehört, mit großer Hingebung und Treue sich seinem Berufegewidmet und vorzügliche Resultate in den ihm anvertrauten Fächern