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1 (1888)
Entstehung
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159
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Felix in Heidelberg.

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Heidelberg, 20. Sept. 1827.„0 Heidelberg, du schöne Stadt, allwo's den ganzen Taggeregnet hat," sagen die Knoten, ich aber, ich bin ein Bursche,ich bin ein Kneipgenie, was kümmert mich der Kegen ? Es giebtja noch Weintrauben, Instrumentenmacher, Journale, Kneipen,Thibaut's, nein, das ist gelogen, es giebt nur einen Thibaut,aber der gilt für sechse. Das ist eüi Mann! —

Ich habe eine rechte Schadenfreude, dass ich nicht ausblossem Gehorsam für Deinen heutigen Brief, liebste Mutter,diese Bekanntschaft gemacht habe, sondern schon gestern (also24 Stunden vor Empfang desselben) ein paar Stunden mit ihmplauderte. Es ist sonderbar; der Mann weiss wenig von Musik,selbst seine historischen Kenntnisse darin sind ziemlich be-schränkt, er handelt meist nach blossem Instinkt, ich verstehemehr davon als er — und doch habe ich unendlich von ihmgelernt, bin ihm gar vielen Dank schuldig. Denn er hat mir•ein Licht für die altitaliänische Musik aufgehen lassen, an seinemFeuerstrom hat er mich dafür erwärmt. Das ist eine Begeiste-rung und eine Gluth, mit der er redet, das nenne ich eineblumige Sprache! Ich komme eben vom Abschiede her und daich ihm Manches von Seb. Bach erzählte und ihm gesagt hatte,das Haupt und das Wichtigste sei ihm noch unbekannt, dennim Sebastian da sei alles zusammen, so sprach er zum Abschiede:„Leben Sie wohl und unsere Freundschaft wollen wir an denLuis de Vittoria und den Sebastian Bach anknüpfen, gleichwiesich zwei Liebende das Wort geben, in den Vollmond zu sehenund sich dann nicht mehr fern von einander glauben." —

Aber erst muss ich erzählen, wie ich dazu kam, zu ihmzu gehen. Gestern Nachmittag wurde das Wetter schlecht unddie Langeweile unter uns Dreien war gross, da fiel mir ein,dass Thibaut in seinem Buche von einem „Tu es Petrus" ge-sprochen hatte und weil ich nun denselben Text grade com-ponire, so fasste ich ein Herz und einen Frack und ging geradein's Kaltethal, falle in's Haus. Er kann mir das Stück nichtgeben, aber andere sind da, bessere, er zeigt mir sogleich seinegrosse Bibliothek von Musik aller Völker und Zeiten, spieltmir vor und singt dazu, setzt mir die Stücke ordentlich aus-