Das Jahr 1835.
Im Frühling fand das Musikfest in Köln unter Felix'Direktion statt. Diesmal machten sich die Eltern, Dirichlet'sund Hensel's dazu auf. Das Fest nahm seinen gewohntenfrohen Verlauf, Felix begleitete seine Eltern nach Berlin zu-rück, von wo Lea an Rebecka, die nach Ostende weiter gereistwar, schreibt:
„ TTne douce Sympathie regne entre nous, chere enfant! 1 ' Wirreisten den 1 sten ab und kamen beiderseits den 8 ten an. DurchFelix wirst Du erfahren, dass Lea in Abrahams Schooss wohl-behalten sass, denn er schreibt Dir von allen Orten mit wahrerPietät. Dass er aber eine leibhaftige, nur noch veredelte, ge-steigerte, liebenswürdigere Krankenpflegerin ist, wird Dir seineBescheidenheit verhehlt haben. Ich durfte im eigentlichenSinne nicht hart treten, was bei manchen Wirthshaustreppenund Schwellen schwer zu vermeiden ist. „Er hat zu AllemGeschick", sagte R. einst bei andrer Gelegenheit. Ja, fast zusorgsam pflegte und hätschelte er mich auf der Reise und hieltmich ungefähr wie eine Passalaqua'sche Mumie.*) Nur lachenund spassen durfte ich, wozu sein angenehmes Gespräch mirgenug Gelegenheit gab. Sonst ward jede Agitation so ge-wissenhaft vermieden, dass selbst der Herkules in Wilhelms-
*) Passalaqua war der damalige Direktor der ägyptischenSammlung des Berliner Museums.