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Leipziger Strasse Nr. 3.
Das hätte man sehen sollen. Und mm kömmt das Beste. DerEntrepreneur der Spielbank war wüthend auf mich. Ich hätteihm durch mein Spielen eine Menge Leute von der Rouletteweggelockt, das sei gegen seinen Contrakt, und er brachte esdahin, dass das Klavier gestern weggenommen wurde. Sogleichverschworen sich Robert's und Haizinger's und gaben gesternin einem anderen Saal, wo ein anderes Instrument stand,eine sehr hübsche Gesellschaft. Erst las Robert mit der llai-zinger ein neues Lustspiel und sie las wirklich vortrefflich underhielt vielen Beifall; später wurde Musik gemacht; Haizingerjodelte Oestreichisch, Fräulein von W. piepte italiänisch, dieNeumann sang mit ihrem Mann 50 Verse von Fidelin (Mutter,wie wird Dir ?), dazwischen trommelte ich Etudes von Mosche-les, die in Baden grosses Glück machen, phantasirte auchund die Leute waren vergnügt und zufrieden. Einige alteDamen weinten bittere Thränen der Wehmuth und Heydemanntröstete und rührte sie wechselsweise, von der Zähre derWehmutli oder der Wehmuth der Zähre vieles sprechend, dage-gen hielt sich Magnus mehr zu den jungen Damen und ichpasste auf die weisen Worte, die Benjamin Constant — ver-schwieg, denn er war den ganzen Abend stumm; so fand einJeder sein Vergnügen und aufs Höchste wurde der Spassgetrieben, da Haizinger's und Robert's mit uns Studenten odervielmehr Jungens nach der goldenen Sonne, unserm Wirtlis-liause, gingen, da einiges warme Abendbrod assen und mehrtranken. Eine lustige Erzählung jagte die andere, die Neu-mann copirte das ganze Karlsruher Theater, vom Souffleur an;auch die Berliner Bühne musste dran und ein Gespräch zwi-schen Seidel und Esperstädt war besonders ergötzlich. So blie-ben wir burschikoserweise bis 12 Uhr zusammen und ich mussteHaizinger mehrere Male versprechen, ihn bei der Durchreisein Karlsruhe zu besuchen. — Heute nun will mir Robertselbst seine Oper vorlesen, auch Cliarpentier's zweitem Aktsoll ich vor Gewalt zuhören — und das Alles wegen einigerPassagen auf einem alten Flügel."