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Über die Hamburgische Armenanstalt von 1788 - 1794
Entstehung
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Eine andere Verfahrungsart ist da vielleicht rathsam,wo die Armenzahl sehr klein ist, oder wo die Armcn denWerth ihrer Zeit nicht in Anschlag zu bringen wissen.

Die Tiefe des Elendes, in welche wir unsere Armenversunken fanden, nöthigte uns noch zu einer andern un-erwarteten Ausgabe. Die Krätze war so allgemein gewor-den, und hatte das Werkhaus, in welches einige Arme zurZüchtigung geschickt wurden, dergestalt angesteckt, daß we-der dort, noch in den engen Gäßchen und Gangen, wodie Armcn auf einander gehaust leben, die Heilung mög-lich war. Wir sahen uns genöthigt, ein temporares Kran-kenhaus außerhalb der Stadt anzulegen, in welches wirdiejenigen schickten, die am meisten angesteckt waren; undnach drei Jahre fanden wir es schon überflüssig. Dicßhatte indcß noch eine neue Ausgabe von Mark inden drei ersten Jahren veranlaßt.

Sehr schwere Kosten machte nun auch noch der An-kauf der Spinnräder und anderer Arbeitsgcräthe, auch dieEinrichtung und Unterhaltung einer Arbeitsschule, in wel-cher, während der ersten Jahre, fünfhundert Arme zugleicher Zeit im Spinnen unterrichtet wurden. Die Ent-schädigung für ihren Zeitverlust während dieses Unterrichtswurde ihnen eben so wohl bezahlt, als der Verlust an ihrerArbeit. Die Summe dieser Ausgaben belief sich aufZ8800 Mark im Jahr. Allein na^ Verlauf von dreiJahren hatten schon zweitausend Arme, die damals, alssie in die Schule kamen, gar nichts thun konnten, wöchent-lich acht bis zwanzig Schillinge Verdienst, zu der Zeitund in den Stunden, die vorhin ganz für sie verlorenwaren. Ungefähr dreitausend Spinnräder waren in ihrenHänden, und man hörte da das Geräusch der Geschäftig-keit, wo sonst Trägheit oder Liederlichkeit ihre Wohnunghatten.

Unsere Schulen waren zur Zeit ihrer Errichtung einSammelplatz der sittenlosesten und verderbtesten Kinder,von welchen, die meisten sich schon ans Betteln gewöhnt