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Gewohnheit des Bettelns nur allzngeläusig geworden waren.Der Gesundheitszustand wurde durch eine Hausbesuchungeines Arztes oder Wundarztes erforscht.
Jetzt sing man an, einen genauen Ucbcrschlag zu ma-chen, was jeder Arme zu seinem bloßen nothdürftigcn Un-terhalt brauche. Es fand sich, daß das Wenigste wöchent-lich ein halber Thaler sey; allein bei dem weitem Ver-folg unserer Untersuchung über den Erwerb von 350V Fa-milien fand man mit Verwunderung, daß man noch überdie Summe hinaus war, wovon ein beträchtlicher Thcilder Armen zur Noth leben konnte.
Es war fester Grundsatz, diese Unterstützung geringeranzusetzen, als dasjenige betrug, was ein arbeitsamer Mannoder eine fleißige Frau in solchen Umstanden erwerben konnte.Denn wenn die Erthcilungsart der Unterstützung nicht einSporn zur Thätigkcit ist, so wird sie ganz sicher eine Be-lohnung des Müssiggangs und des lasterhaften Lebens.
Immer war noch wenig gewonnen. Denn die Armenkonnten selbst bei dem nothdürftigstcn Unterhalt müssig blei-ben, oder vielleicht diese Hülfe sehr unverdient erhalten,wenn sich zu gleicher Zeit irgend eine einträglichere Be-schäftigung ihnen darbot, deren Mangel die Ursache oderder Vorwand ihrer Ansprüche war.
Um die Zeit, da das Armcnwcsen bis dahin gediehenwar, gab die Privatgesellschaft, die mit glücklichem Erfolgeine Flachsspinne-Manufactur errichtet hatte, dieselbe andie Armenanstaltcn ab, und mit derselben zugleich den Vor-rath und die Organisation des Ganzen, die dabei angestell-ten sehr geschickten Lehrer und Bedienten, und ihre ganzeseit mehreren Jahren gesammelte Erfahrung.
Da sechs Siebcntheile der Hamburgischcn Armen, Wei-ber und Kinder waren, so gab man dieser Art von Arbeitden Vorzug, weil das Material derselben wohlfeil, der Ab-satz immerfort sicher ist, keine sonderliche Geschicklichkeitdazu gehört, die Arbeit leicht gelernt wird, und dem ein-mal darin unterrichteten Armen zu allen Zeiten nützlich