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Über die Hamburgische Armenanstalt von 1788 - 1794
Entstehung
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Helten vergiftet: Ausfpäher erhält man mit leichter Mühe,Ermordungen kosten wenig.

In nördlichen Gegenden,, wo mehr Nahrung, mehrKleidung, und wo ein Obdach nothwcndig ist, fühlt man dieWirkungen des Mangels starker. Viele, viele, fal-len als langsame Opfer des drückendstenMangels, darben und verschmachten ganzeMonate und Jahre hindurch. Aber hier sind dieHülfsmittel auch viel leichter. Das Mitleid fordert unsauf, dem in die Augen fallenden Elende ab-zuhelfen, und der harte Druck des Mangelstreibt die Menschen zum Rettungsmittcl gegen dasselbe,zur Arbeit.

Bei dem Bestreben, diese Uebcl zu vermeiden, denendie Gesellschaft nicht.vorbeugte, oder nicht vorbeugen konnte,,sollte man billig darauf bedacht scyn, den weisen Absichtender Natur nicht entgegen zu wirken, und mehr nicht zuthun, als den Armen Gelegenheit geben, für sich selbstzu arbeiten. Der gegenwärtigen Noth muß abgeholfen,für Kranke und Abgelebte muß gesorgt werden; aber denKindern muß man-Unterricht ertheilen, und Arbeit, nichtAlmosen, denen geben, die irgend eine Fähigkeit zum Ar-beiten besitzen, so geringe diese Fähigkeit auch scyn mag.

Unter allen westlichen Landern Europens ist kaumirgend ein Land, wo die Summen, welche öffentliche undPrivatwohlthätigkcit den Armen widmet, nicht mehr alshinreichend zu diesen Absichten waren. Aber eine unrechteVerthcilung pflegt sie meistentheils, mit wenigen Ausnah-men, bloß als einen Lohn für Faulheit, Müssiggang, Un-verschämtheit und Unredlichkeit zu verwenden, und dadurchsind neue Menschengeschlechter von armen Nothleidcndcnentstanden, die zu einer sittenlosen und lasterhaften Lebens-art gewöhnt und erzogen sind.

Gedankenloses Mitleid hat voreilig den natürlichenLauf der Dinge gehemmt, nach welchem Mangel zur