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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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seile zukehrend, die alte Stadt Minden mit ihren zahlreichenThürinen vollkommen scharf ab, förmlich verlockend, das Bildmit Neutraltinte zu Papier zu bringen, während die Weser,beiderseits von Weiden eingefaßt, wie ein Silberfaden glänzteund aus den Wiesen, durch die sie sich schlängelte, Küheweideten, ein vollkommen niederländisches, für uns Schwarz-wälder ganz neues Bild-

Nach einem Besuche in Bremen und Oldenburg eilten wirdurch die Lüneburger Haide, welchen Erdenfleck ich da zumerstenmale kennen lernte, nach Berlin, wo Anfangs August dieVersammlung der deutschen anthropologischen Gesellschaft, ver-bunden mit einer prähistorischen Ausstellung stattfinden sollte.

Auch bei dieser Versammlung, wie bei allen derartigen,waren es in erster Reihe die Persönlichkeiten, die mich in-teressirten — und diesmal ganz besonders. Zunächst traf ichhier wieder den leider so früh von uns geschiedenen G. Nachtigall,den ich das Jahr zuvor bei der Naturforscher-Versammlung inBaden-Baden hatte kennen lernen, dann war Nordcnskiöld an-wesend, der vor Kurzem erst von seiner nördlichen UmschiffungAsiens mit der Bega zurückgekommen war und in Berlinglänzend empfangen wurde, dann Heinr. Schliemann und Frau.Von diesem Ehepaare intcressirte mich insbesondere die ebenso schöne als geistreiche, eben so unterrichtete als bescheideneFrau, der in der That das Epitheton liebenswürdig zukömmt.Wie sie ihren Gatten in allen seinen Bestrebungen getreulichunterstützte, ist bekannt genug; daß sie auch eine zärtliche Mutterist, verrieth sie uns, indem sie auf unsere Bitten, ihre Abreisenoch zu verschieben, antwortete! ich darf nicht, mein kleinerAgamemnon bangt nach mir.

29. lllxoclus. 188t.

Am 10. Juli d. I. vollendete ich mein 65. Lebensjahrund ich konnte mir noch an diesem Tage mit Befriedigungeingestehen, daß meine Arbeitskraft in keiner Weise abgenommen