Druckschrift 
Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
Seite
132
Einzelbild herunterladen
 

132

28. Letzte Reise. 1880.

In den Herbstferien dieses Jahres unternahm ich mitmeiner Frau noch einen größeren Ausflug, vielleicht in derVorahnung, daß mir im nächsten Jahre nicht mehr möglichsein würde, denselben zu unternehmen. Und zwar gicng dieReise nach Norddeutschland und es sollten dabei verschiedene,zum Theil schon längst gefaßte Pläne zur Ausführung kommen.Zunächst wollten wir unsere Tochter in Celle (Hannover) be-suchen. wohin ihr Gatte, bisher Major im hiesigen RegimentNr. 113, im Frühjahr versetzt worden war. Ferner sollteich aus ärztlichen Rath wieder Soolbäder gebrauchen, wozu ichdiesmal, der Nähe von Celle wegen, das Bad Oeynhausen inWestphalen wählte. Sodann standen schon seit lange einigeBesuche bei Vossischen Verwandten im Norden aus der Tages-ordnung, und endlich. Inst not lsast, fand im August in Berlin dieVersammlung der deutschen anthropologischen Gesellschaft, ver-bunden mit einer prähistorischen Ausstellung statt. Am 7. Julitraten wir unsere Reise an und kehrten am 28. Septemberzurück. Mit der Wahl von Oeynhausen, wohin wir auchunseren zehnjährigen kleinen Enkel Alexander mitnahmen,konnten wir sehr zufrieden sein. Nicht nur ist die kohlensäure-reiche Soole von ungemein erfrischender Wirkung, es sind auchdie Bade-Einrichtungen ganz vortrefflich und man bemerkt andem Wartepersonal die stramme preußische Schulung.

In der Umgebung von Oeynhausen war es besonders diexorta vsstzstmliea, die mich interessirte, die Stelle, wo dieWeser aus dem Wcsergebirg durch einen Berg-Einschnitt in dieniederdeutsche Ebene austritt und nun. ihren Lauf mäßigend,zn zahlreichen Windungen an Bremen vorüber, der Nordsee zu-strebt. Wir bestiegen die beiden, den Einschnitt begrenzendenHügel, den linksseitigen, den Wittekindsberg, sowie den gegen-überliegenden Jakobsberg, von denen wir eine herrliche Aus-sicht genossen. Am Abendhimmel hob sich, uns ihre Schatten-