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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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nicht lange dauerte es so kam auf das Wirthshaus zu, indessen Garten wir saßen, ein blutjunger, offenbar dem Arbeiter-stand ungehöriger Mensch, dem man die äußerste Ermüdung,ja Erschöpfung ansah. Spieß, ein Mann von seltener Menschen-freundlichkeit und Gutmüthigkeit, sprach ihn an und hatte baldheraus, daß derselbe ans der Flucht sei und direct aus demGefecht von Dossenbach komme. Wir ließen ihm, da erhungrig und durstig und ganz ohne Mittel war, zunächst einegenügende Erfrischung zukommen und Spieß knüpfte nun,nachdem er genügend hergestellt war, ein Gespräch mit ihman. Es war ein junger Conditorsgehülfe aus der Pfalz, der,ohne recht zu wissen, um was es sich handelte, unter die Frci-schaaren und so auch in das Gefecht gerathen war. Er sprachsich auf das bitterste über seine Verführer und Führer aus,insbesondere auch über Hcrwegh. Spieß machte sich Notizenund schickte einen Bericht über diese Mittheilungen an eineBaseler Zeitung. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß dies dieVeranlassung zu der bekannten Sprihlcdcrgcschichte wurde, diedann durch alle Zeitungen gieng und auch im Volkslied*) iifisVolk drang.

Auf den so stürmischen April folgte ein etwas ruhigererMai. wenigstens für mich und meine Familie in Basel undfür meine Angehörigen in Freiburg. Draußen in der Weltgieng es freilich noch bunt genug zu, und die Nachrichten vonRevolutionen und Kriegsereignissen überstürzten sich förmlich.Aufstand in Posen, Gefechte bei Verona, Sieg über die Dänen,das kam alles in rascher Folge hintereinander, dann (18. Mai)Eröffnung der Nationalversammlung in Frankfurt. Die Sceneriedes kleinen Welttheaters aus der Rheinbrücke hatte sich nun inder Zeit auch sehr geändert, die fragwürdigen Gestalten inHeckerhüten und Blousen waren ziemlich verschwunden und die

*) Und es fiel dem Herweg bei,Daß der Heimweg besser sei.