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unserem eigentlichen Reisezweck gerecht zu werden und die Ab-sicht hatten, der später hier tagenden Versammlung der italie-nischen Naturforscher beizuwohnen. — Diese Tage und insbesondereNächte leben heute noch frisch in meiner Erinnerung. DaßVenedig so z. s. ein „Nacht-Stück" ist, ist oft geung aus-gesprochen worden und ich mußte wiederholt an die VerseHeine's denken:
Die Lotosblume ängstigtSich vor der Sonne Pracht,
Und mit gesenktem HaupteErwartet sie träumend die Nacht.
Die Stolze, die einst bessere Tage gesehen, deckt am Tagenur mühsam die Spuren des Verfalls; Nachts aber verschwindetgewissermaßen das Material des zerbröckelnden Marmors undnur die schönen architektonischen Linien bleiben übrig.
Am 31. August trafen wir in Trieft ein, wo schonvr. v. Frantzius aus uns wartete, der mit uns beiden schon vonfrüher her befreundet war, mit Siebold von Danzig, seinerHeimath her, wo der letztere praktischer Arzt gewesen, mit miraber als mein ehemaliger Zuhörer von Heidelberg.
Bald war eine Wohnung gemiethct, in welcher Sicboldund ich zusammen ein Zimmer bewohnten, während v. Frantzius,der danials schon leidend war, in einem anderen Zimmer seinLager ausschlug. Unter Spaziergängen und Sammeln amStrande, Fahrten im Boot und Besuchen des Fischmarktes,wobei ich stündlich des Neuen so ungewohnt viel sah und da-bei einen gründlichen Kenner der Fauna zur Seite hatte, ver-stoßen mir die Tage auf eine ebenso angenehme als lehrreicheWeise. Nur war die Menge des Neuen oft fast erdrückendund mit meinen Reichthümern zu Hause angekommen war ich,in der Unschlüssigkeit wo anfangen, vst in Gefahr gar nichtszu thun und, anstatt Weniges zu gewinnen, Alles zu verlieren.Wie viel besser, auch in dieser Beziehung, ist doch die heutigeGeneration junger Zoologen daran, die in der zoologischen