Druckschrift 
Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
Seite
26
Einzelbild herunterladen
 

20

und Erholung. Kaum 3 Wochen vor seinem Tode schenkte ermir an dem Tage, an welchem ich 13 Jahre alt geworden,einen Band ausgewählter Schauspiele von Plautus und Senecaund schrieb hinein: Möchte mein lieber Sohn Alexander, demich dieses Werk zu seinem 13. Geburtstage schenke, auch dann,wenn er das dritte und vierte mal den 13. Geburtstag seiernwird, Lust und Vergnügen am Lesen alter Klassiker findenund dann seines Vaters, der noch in seinein 64. Jahre inihnen Erholung von schweren Bernssgeschäften geschöpft, ge-denken.

Der Ausenthalt in Prag hatte einen Theil des kleinenVermögens aufgezehrt und so ließ er sich den Rath gefallen,einige Zeit im Hause seiner Schwester zu verweilen und dasein Entschluß, sich der Heilkunde zu widmen, schon gefaßtwar. so benützte er, dem damals üblichen Bildungsgang folgend,die Gelegenheit, beim Stadtchirurgns in Mies sich die nöthigetechnische Fertigkeit in chirurgischen Handtierungen zu erwerben.Inzwischen hatten sich nun auch seine finanziellen Verhältnisseetwas gebessert, so daß er im Jahre 1780 die UniversitätPrag beziehen konnte.

Hier widmete er sich zuerst philosophischen und natur-historischen Studien, unl sich dann mit allem Eifer der Heil-kunde zuzuwenden. Bei seiner ausgesprochenen Neigung zurChirurgie und wohl auch unter dem Einfluß der kriegerischenZeiten, zog ihn das Beispiel berühmter Wundärzte, die sichihre Ausbildung und ihren Namen im Kriege erworben, mächtigan und veranlaßte ihn, nach Vollendung seiner Universitäts-Stndien und noch vor Erlangung der Doktorwürde sich umeine militär-ärztliche Stelle zu bewerben. So trat er denn alsUnterarzt beim Regiment Wenzel-Colloredo ein, in welcherEigenschaft er dann 1788 und 1789 den Türkenkrieg mit-machte. Es mag ihm hiebet oft ziemlich kümmerlich ge-gangen sein. In einem vor mir liegenden Tagebuch vomJahre 1793 findet sich eine Stelle ä. ä. Olmütz, an welcher er