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[Hauptband] (1884)
Entstehung
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„Das Geschlecht le Chevenix de Beville ist uralten adligenUrsprungs, und haben die Lehnsherrn des Lehns le Chevenix,welches in der französischen Landschaft Jsle de France liegt, seitunendlichen Jahren in der Kirche St. Pierre zu Dreux undzwar in der Kapelle S. CoSme, wo ihre Grabschriften befindlichsind, ihr Erbbegräbniß gehabt. Herr Benjamin le Chevenix deBeville verließ 1681 wegen seines reformirten Glaubens seinVaterland und ließ sich im Brandenburgischen nieder, woselbster die Herrschaft Rheinsberg in der Grafschaft Ruppin kaufte."

Im Jahre 1685 erlosch nämlich, wie wir dem „Landbuch derMark Brandenburg"*) entnehmen, der Zweig der Familie vonLochow, welchem Rheinsberg gehörte. Der Kurfürst nahm vonder Herrschaft Besitz, schenkte sie aber alsbald dein ebenfallsaus Frankreich emigrirten General du Hamel, welcher sie mitErlaubniß des Kurfürsten an den vorgedachten, inzwischen mitdem Titel eines Hofrathes begnadigten Benjamin le Chevenixde Beville verkaufte, welcher damit 1695 förmlich belehnt wurde.Im Jahre 1701 hatte der Erwerber die Herrschaft an JeremiasHermann aus Dessau verkauft, von welchem er dieselbe 1715 durchRückkauf wieder an sich brachte, wonach sie dann durch Erbgangauf seinen Sohn, den vorgedachten Oberst-Lieutenant Heinrichüberging. Von diesem kaufte sie König Friedrich Wilhelm I.für den Kronprinzen Friedrich, welcher daselbst mit seiner jungenGemahlin residiren sollte. Die Verhandlungen wurden 1733eingeleitet und am 16. März 1734 der Kaufvertrag vollzogen.Der König schenkte der kronprinzlichen Kasse das Kaufgeld von50,000 Thalern. Die Herrschaft NheinSberg umfaßte beinahe1'/s Quadratmeile und die Stadt Nheinsberg allein zählte umjene Zeit 626 Einwohner.

Nach Allem, was des Verfassers dieser Familien-Ge-schichte alsbald näher zu erwähnende Großmutter über diesenVerkauf unter ganz genauen Specialien mitzutheilen wußteund was sich auch anderweit bestätigt findet, vollzog sich derVerkauf nicht ganz ohne Pression und in den Verhältnissen lie-genden Zwang sowohl überhaupt, als ganz besonders auch hin-

5) Herausgegeben von Dr. H. Berghans, Brandenburg 185S.II. S. 8.