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Noch wenige Jahre vor seinem Tode galt unser WilhelmDipprand Frhr. v. Richthosen als einer der reichsten EdelleuteSchlesiens. Wie sich aber nach seinem Tode die Verhältnisseseiner Erben gestaltet haben, darauf weist eine im Kgl. Geh.Staatsarchiv zu Berlin befindliche Eingabe des vorgedachtenLandraths v. Hugo als Vertreter der sämmtlichen Erben anden Staats-Kanzler Fürsten v. Hardcnberg vom 24. März 1816hin, worin er anführt, daß sein verstorbener Schwiegervaterunter Anderem 11,666 Thlr. Species in Königl. dänischen be-ständigen transportablen Staatsfonds hinterlassen, welche derdänische Staat fast bis zur Werthlosigkeit herabgesetzt habe,und bittet gelegentlich von Zahlungen an den dänischen Staatauf Grund des §. 9 des Preußisch-Dänischen Wiener Tractatsvom 4. Juni 1815 jene Papiere im Werthe von 16,666 Thlr.Preuß. Courant Dänemark in Anrechnung zu bringen. In demGesuche wird erwähnt, daß es Sr. Hochfürstl. Durchlaucht bekanntsei, welche bedeutende Verluste die v. Richthofen'sche Familiedurch den Krieg erlitten habe, daß dieselbe durch den PrinzenGeorge von Hessen-Darmstadt um anderthalb Millionen Thalervon der väterlichen Verlasscnschaft gebracht worden sei, und daßnach anderweiten Verlusten von dem Vermögen seines Schwieger-vaters kaum 266,666 Thlr. gerettet, die Glücksumstände derselbendaher nicht mehr glänzend seien. Das Gesuch wurde abschläglichbeschieden, da die Reduction der Papiere Inländer wie Aus-länder treffe und sich Dänemark die Papiere nicht anders, alszu ihrem gegenwärtigen Reductionswerthe anrechnen lasse.
Von dem früher so bedeutenden Vermögen des Frhrn, Wil-helm Dipprand ist somit nichts in der Richthofen'schen Familiegeblieben, als die vorgedachte Stiftung in Bunzlau.
II. 2. AoHHöHer Gescrmrrrt-Iiveig.
Während die beiden ältesten Söhne des in den PreußischenFreiherrnstand erhobenen Samuel v. Richthoffen oder RichthofenJohann Christoph und Samuel kinderlos blieben und die männ-liche Descendenz des dritten Sohnes desselben, des Freiherrn