Druckschrift 
[Hauptband] (1884)
Entstehung
Seite
127
Einzelbild herunterladen
 

127

Scheidende ihrer Familie ein in Iauer gedrucktes noch vorhan-denes Abschiedsgedicht unter folgendein Titel:

„Nehmt dies geringe Blatt zum Abschied von mir hin,Papa, Mama, Geschwister, Freunde und Freundin,Bei meinem letzten AbschiedsschmertzWeiht Euch dis Blatt mein zärtlich Hertz!"Das charakteristische Gedicht schließt mit folgenden Worten:„Nun endlich muß ich fort, die Zeit eilt schon herbei),Glaubt aber, daß ich doch stets Eure Freundin sei.Die Thränen rollen stark von meinen naßen Wangen,

Laßt Freunde itzt von mir Euch zärtlich noch umfangen,Die Wagen sind schon da, es wird schon angespannt,

Bald bin ich von Euch weg, nach Silberberg gewandt.Wie bange wird mir's thu», Euch gar nicht mehr zu sehn,

Jedoch es soll so sein, ich kann nicht widerstehn.

Noch eins bitt ich von Euch, seht meinen lieben Mann

Auch gleich also, wie mich mit Freundschaftsblicken an,Fleht auch für uns zum HErrn, daß es lins wohl ergehe,

Daß unser Beyden Hertz auf Einem Grunde stehe.Und daß wir stets vergnügt beysammen mögen seyn,So lange bis wir gehn zur ew'gen Freude ein."Ihr Gemahl wurde nach dem völligen Bau der FestungSilberberg, den er geleitet hatte, am 19. Februar 1778 in den Adel-stand erhoben und Commandant der Festung Glatz. Dorthin wurdenun oft gereist, besonders wenn der König dort war, bis v. Regler,am 30. December 1787 zum Generalmajor befördert, später alsChef des Ingenieur-Corps und Director der 4. Abtheilung in dasKriegs-Collegium nach Berlin versetzt wurde. Frau v. Reglernahm nach dem am 14. Juli 1792 in Berlin erfolgten Todeihres Gemahls ihren Wohnsitz erst in Breslan, dann auf derihr gehörigen „Sophienruh" bei Grünberg und starb in Hert-wigswalde, dort zum Besuch verweilend, am 12. Februar 1802;ihre Leiche wurde am 16. dess. Mts. zu Iauer beerdigt.

Anscheinend hatte sich besonders im Jahre 1769, durch denstarken Aufwand im Hause und anderweit veranlaßt, eine große finan-zielle Verlegenheit bei unserem Freiherrn Samuel eingestellt; siefolgt außer aus der Bemerkung seines Tagebuchs, daß das Ende des