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1. Th. 1. H. (1869) Die älteste Geschichte
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in Thüringen zu einer Fehde wider den Grafen Hans von Henneberg ver-bunden hatten, „Titzel von Witzleben zu Gummerstedt" vor, der zu denbesonders berühmten Schwarzburgischen Vasallen gezählt wird.

Diesen Dietrich von Witzleben zu Gummerstedt finden wirnoch ein Mal genannt 1376, auf dem hier abgebildeten, herrlichen Epitaphiumin ffir Nicolai-Kapelle der Lieb-Frauen-Kirche zu Arnstadt. Der ganze Stein,in den dies Epitaphium gehauen ist, ist ungefähr 6 Fuss hoch und leideram unteren Theil so verwittert, dass die Schrift nicht mehr zu entziffernist und ein anderes Stück als Stütze der Last hat eingeschoben werdenmüssen. Die Umschrift am Rande lautet: Ano. Dni. MCCCLXXVI Mils.

Theodricus Witczeleybin — (fil) ii. sui. et. hedewigis. uxoris.

sue. nec. non. sophie. filie. sue. hic. isepultura., und an dem Wappen mitdem Geierkopf lesen wir: Diser. stein, ist. gehuen. hern. üithericli. von.Witczeleybin. den. man. nante. von. Gommirstet.

Der Sinn der Inschriften ist also: dass der Ritter Dietrich vonWitzleben, genannt von Gummerstedt, 1376 gestorben ist, und sein Sohn,seine Gemahlin Hedwig und seine Tochter Sophie ihm diesen Leichensteinhalben errichten lassen.

Gummerstedt kommt im 13. bis 15. Jahrhundert oft vor, auch nanntesich eine Familie danach; wir haben aber die Lage dieses Orts nirgendsauffinden können. Nach der Aussage des Küsters der Lieb-Frauen-Kirchezu Arnstadt (1863) soll es das jetzige Gamstedt sein, welches sonst auchGammenstedt genannt wurde *) und zwischen Gotha und Erfurt und 3 St.nordwestlich von Arnstadt liegt.

Daraus, dass 1393 bis 1407 Beringer von Witzleben zu Gummerstedtsass, können wir wohl schliessen, dass dieser Beringer der Solm Dietrichswar, und danach die Umschrift des Epitaphiums ergänzen. —

Beringer von Witzleben, der 1387, als er mit Consens derGräfinnen Sophie und Mechtild von Kefernburg dem Kloster zu Ilm 2 Pfd.Pfennige Zinsen von 4 Hufen Landes zu Bösleben verkaufte, „ehrbarerKnecht" genannt wird und bis 1407**) vorkommt, besass Gummerstedtund Bösleben ('/» AI. westlich von Witzleben) als landgräfliches Lehn undwar des Grafen Johann und dessen Sohnes Günther von Schwarzburg Rath.

*) Brückner, Goth. Kirch, u. Schul. Staat Tl. St. 7 p. 63, wo jedoch von Gummer-stedt keine Rede ist, sowenig wie in Schumanns St. P. u. Z. Lex.

**) 1407, am Montag nach Reminiscere, verkaufte er dem Kloster zu Ilm das Holz,der „Ruschin Reyn" genannt, im Felde zu Willersleben.