I. Geschlechts - Beschreibung.
Eluscr Familicuuame erscheint den neuesten Nach-forschungen zufolge zuerst im Jahre 1347, und zwarin nachstehender Urkunde des Klosters Marieugartcu'):
„Xos Nar^arota aUlzatissa, Eristiua. priorissatotusssue souvoutus inouialiruu iriouastsrii aciOrtuiu sauste illaris ^»rssoutiüus ^zublise rsso^-uossiiuus et tsstaiuur, guocl üouorabilis vir clo-minus uostsr prspositus Urusstus äs Olrous iiolusckilsstus cfusclaiu Uona. sua, ssuo sua propria sssouuia
omuparavsrat, vickslisst st clirnickiuiu mausum
in X)'stersila.Fsu cfui .lollauuis ckicti N^tüoivstusrat, ssis ruotu cluetus, uobis st uostro ruoua-stsrio porpstua ckouaoious trackickit — — annoclomini nr° sos» xi.vn, llassssi m-aioris",
nach welcher der Probst des Klosters, Ernst von Grone,demselben gewisse, aus seine Kosten erworbene Güteram Tage Jacobi d. Gr. (25. Juli) 1347 schenkt, dar-unter eine halbe Hufe in Kystershageu, die des Jo-hannes, genannt Mythowe, Eigenthum gewesen war.
Da Mythowe oder Mithowe, mit Mithofcu,später Mithosscn und Mithoss gleichbedeutend zu er-achten ist, so gehört hiernach dieser einst im Göttingcu-schen begüterte Johannes Mythowe unserer Familie an.Bis vor kurzem war solches, wenn auch der Inhaltobiger Urkunde schon 1826 zur Veröffentlichung ge-laugte^), unserer Familie unbekannt geblieben, dennderen Stammbaum und Geschlechts-Register beginnennach den Familien-Ueberlieferungen erst mit Burghard(Lurslmrckus I.), zubcnamt Mithoss, der um 1436lebte, wie denn auch eine der Quellen für die ältereFamilien-Geschichte, die von Friedrich August Mithossum 1756 in lateinischer Sprache verfaßte, bei der nach-stehenden Ausarbeitung derselben oft benutzte, den Titel
führt: „(4susalossia NitlioUioi'ruu^) gch ^.uiro oirsitsr
N.eEM.XXX. 8. v. El." (8oli vso EUoria.)
Das ans dem Titelblatte im Holzschnitt erschei-nende, nach einem Kupferabdrucke augefertigte, nochjetzt als Siegel gebräuchliche Familicnwappeu zeigt diebeiden um 1556 — wenn nicht schon früher — alsWappcubild geführten, gekreuzten (silbernen) Ankermit dem zwischen deren Querarmeu angebrachten (gol-
U Nach dem Originale im Staatsarchive zu Hannover.
2) Ausgegangenes Dorf bei Dciderodc, A. Fricdland. Grotc,Verz. jetzt wüster Ortschaften, 16. mit Bczugn. auf Bd. II., S. 82d. n. vaterl. Archivs, Jahrg. 1826.
U Neues vaterl. Archiv, 1826, II. 236.
Ü Der Familienname wurde früher sehr häufig mit lateinischerEndung Nitliobrus geschrieben.
denen) Sterne, und voll der damaligen Helmzierdas einen schwebenden (goldenen) Stern einschließendeHirschgeweih, während die (goldfarbene) Krone aufdem Helme erst >639, statt des früheren (weiß-blau-und gelben) gewundenen Bausches bei der Erhebungeiner Linie in den Adelstand verliehen wurde. DieFarbe des Schildes stimmt in den alten Abbildungennicht überciu; sie erscheint darin um 1564 hellröthlich,um 1626 hellblau, um 1764 dunkelblau und um1744 meergrün.
Der hier angeheftete Stammbaum ist von demHerausgeber nach einem dreimal so großen farbigenOriginale von 1744 gearbeitet. Dasselbe rührt eben-falls von Friedrich August Mithoss her, ist hieraufvon anderer Hand und zuletzt von Karl FriedrichWilhelm Mithoss ergänzt. Der verkleinert gezeichneteStammbaum reicht bis in die Zeit herab, wo diealten, aus gemeinschaftlichem Lehnbesitzc hervvrgegau-gencn Familien-Verhältnisse noch keine Umwandelungerfahren hatten, bis wohin ein sorgfältig geführterStammbaum nöthig war, um bei eintretenden Lehus-sällen die zu Belehnenden, mit dem Senior au derSpitze, nachweisen zu können. Die Lehne waren dasBand, welches die Mitglieder des Geschlechts eng zu-sammenhielt. Dieses Band ist gelockert, indem dieLehne in den Jabren 1838—1856 allvdificirt, abge-löset und größtentheils veräußert sind. Dazu kommt,daß früher selten ein Mitglied des Geschlechts außer-halb Deutschlands dauernd sich aufhielt, während jetztu. a. ein ganzer Zweig desselben jenseits des Oceansheimisch geworden ist.
Die hiernach im Stammbaume fehlenden jüngerenMitglieder des Geschlechts^) sind übrigens in der Ge-schlechts-Beschreibung sämmtlich mit ausgeführt. Umdies zu erreichen, waren vielfache Nachforschungen an-zustellen. Dem Herausgeber ist dabei mehrseitig diefreundlichste Unterstützung zu Theil geworden.
Die uumerirtcn Schilde im Stammbaumc ent-halten bei dem großen Originale auch die zugehörigenNamen z in dem verkleinerten Stammbaumc konntendiese nur in den (etwas größer gehaltenen) Schildender Fortpslanzer des Geschlechts angedeutet werden.
5) Der im Eingänge genannte, erst nach Vollendung desneuen, auf Stein gravirtcu Stammbaums aufgefundene Johannes,genannt Mythowe, von 1347, konnte nicht mehr darin aufgenom-men werden, wie dies auch bei einigen, dem Herausgeber erst nach-träglich bekannt gewordenen Familiengliedern in Mecklenburg derFall ist.
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