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[Folge 1] (1878)
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Schanze zu rasiren und gestern gegen Mittag die Stücke davon abzuführen. Die Cavallerie hat sofort heute Morgen ihren Ab-marsch genommen; die Infanterie wird aber erst morgen früh folgen, weilen sie mit der Rasirung noch zu thun hat, und heutNachmittag erst den Anfang zur Abführung ihrer Brück gemacht worden. Eben gestern schickte der zwar noch zu Frankfurtseiende hannöverische General von Sommerfeld einen Brigademajor an unsern Commandanten, General von Wembold,und bäte um die Erlaubniss, dass, weil die Oesterreicher als heut marchirten, ihre Quartiere aber noch nicht ausgemacht, diehannöverische in 2 Bataillons und 3 Escadrons hier stehende Trouppen auf 8 oder 10 Tag, bis sie eigentlich wüssten, wo siehin sollten, ins Rheingau legen zu dürfen, allwo sie vor ihr baares Geld zehren sollten. Da nun Ihro kurfürstl. Gnd. nichthier, der General solches vor sich auch nicht thun konnte, wurde um 10 Uhr deswegen Conferenz gehalten und es ihnen ge-stattet. Werden sie also morgen ihren Marsch dahin antreten. Sie behalten 300 österreichische Husaren hei sich und erwartenihr völliges Corps von oben herunter und werden, nachdem sichere Briefe von Frankfurt gehen, dass man ihnen Winterquartieregestatten würde, von hier bis nach Coblenz geleget werden und die Postirungen bis dahin mit versehen. Wie man von öster-reichischen, heut abmarchirten Of'ficiers vernimmt, so würden die mehresten Österreich. Regimenter von Basel bis an den Neckarzu liegen kommen und dahin die Postirungen versehen. Der Marsch derer Kreistrouppen will nach der bekannten Art undWeise langsam von statten gehen und fast gar bis aufs Frühjahr verschwinden. Die Darmstädter Compagnie, so hier liegt,hatte Ordre, den 15. dieses von hier abzumarschiren und hei Costheim zum Bataillon zu stossen, allein den 14. kam Ordre,sie sollten noch hier bleiben, weil man zu Frankfurt mit Regulirung der Winterquartiere noch nicht einig werden könnte, mithinmit der Postirung auch nicht. Die österreichischen Husaren und Croaten, so in der Pfalz gelegen und die pfälzische Commandoobserviret, sind alle wieder herüber, und die pfälzische Beamte sind noch zu Frankfurt und wollen zu Gebung der Contrihutionim Geringsten nicht verstehen. Ihro kurfürstl. Gnd. werden erst den 8. oder 29. dieses hier eintreffen, weil in Dero Schloss-zimmer etwas von der Decke eingefallen und solches nicht eher repariret werden kann. Mainz, den 17. 9>>r 1745.Nr. 51. Friedrich Graf von Eberstein.

137.

Sire. Der kaiserl. Gesandte Baron von Hagen kam heut 8 Tag des Abends von Frankfurt hier an, hatte den erstenFeiertag Audienz, war den 2. Feiertag mit dem Canzler, Grosshofmeister und Obermarschall in Conferenz, welchevermuthlich die Einquartierung und Verpflegung derer österreichischen 2 Regimenter Damnitz und Lichtenstein, so indem Mainzischen liegen, betroffen, bliebe beede Tag an der kurfürstl. Tafel und gienge den 3. Feiertag wieder nach Frank-furt ah. Gedachte 2 Regimenter haben anfänglich vor ihr baar Geld leben sollen, nun aber praetendiren sie ihre Fourage undVerpflegung als eine Schuldigkeit und fangen allerhand Excesse an. Man weiss auch noch nicht, wann und wohin die sämmtl.13 Regimenter, so zwischen dem Neckar und Main cantoniren und bis dato noch von dem Generalfeldzeugmeister Grafenvon Geissrock commandirt werden, marschiren, indem von Seiten des Ifreisconvents zu Frankfurt, als wohin Mittewoch unserObermarschall Baron von Erthal von Ihro kurfürstl. Gnd. abgescliicket worden, auf ihren Abmarsch sehr gedrungen wird,und des französischen Gesandten Msr. de la Nue Vortrag daselbst so viel Ingress gefunden haben solle, dass hinnen Kurzemdie auf Postirung stehende Kreistrouppen ab und nach ihren Ständen zurückgehen würden. Der vorhin hier, bisher aber beidenen Kreisen accredirt gewesene englische Gesandte Msr. de Burrish ist vorgestern auch wieder hier angelangt, hattesogleich Audienz, bliebe an der kurfürstl. Tafel und will man, dass derselbe die Versicherung geben, dass die schon 2 Jahregenossene jährl. 8600 U. Sterling Subsidien fernerhin continuirt und bezahlet werden sollten. Es haben Ihro fiirstl. Gnd. zuWürzburg zwei Regimenter denen Holländern zu überlassen sich engagiret; nachdem aber ietzo die Liste kommen, wasein Jeder nach Proportion vor Gage hei ihnen haben solle, so findet sich, dass solche schlechter dort, als in ihrem Landstünden, wesswegen Ihro fürstl. Gnd. Anstand nehmen, solche versprochenermassen marchiren zu lassen, und haben eine Esta-fetta nach dem Haag geschickt mit der Declaration, dass im Fall sie sich wegen des Gehalts nicht hessern würden, sie keinenMann marchiren Hessen. Ihro kurf. Gnd. werden Anfangs künftiges Monats Dero Sommerhaus in Dero Favoritte beziehen, zuEnde des Juni aber sich nach Aschaifenburg auf etliche Monat hegeben. Mainz, den 16. April 1746.Nr. 3. Friedrich Graf von Eberstein.

138.

Sire. Vergangenen Montag kam der herzogl. zweibrückische Gesandte Hr. von Atzenmej'er hier an, um die Lehn zuempfangen. Da solcher aber kein guter Cavallier, sondern ein Patritius aus Frankfurt, auch nicht in zweibrückischen Dienstenengagirt, sondern sich nur diesen Actum zu verrichten vom Herzog ausgebeten, fand solcher erstlich an hiesigem Hof Diffi-cultät, indem ein Cavallier, wann er selbsten die Lehn nicht empfangen kann, einen andern guten Cavallier solche Commissionübertragen muss; zweitens hei einem solchen Gesandten das Ceremoniel erfordert, dass er durch einen Cavallier mit 6 Pferdenabgeholt und vorerst zur Audienz geführet, von dem Hofmarschall und einigen Cavallieren am Wagen empfangen, mit 6 Pferdenalsdann zur Lehnempfängniss auf die Regierung, nach abgelegtem Eid aber nur mit 2 Pferden zurück ins Schloss geführt wird,hei der Tafel auch dem Kurfürsten zur rechten Hand in einem Sessel egal dem kurfürstl. sitzet und von einem Cavallierbedienet wird, welches man ihm nicht gestatten kann noch will, wesswegen solche Lehnempfängniss aufgeschoben worden, undhoffet man, es werde der Herzog einen andern schicken, wann er nicht haben will, dass es Ihro kurfürstl. Gnd. als eine Ver-achtung ansehen sollen. Die österreichische Trouppen sind in völligem Marsch, hierunter und in die Wetterau zu rücken,und ob es schon heisst, sie würden mit einander in Brabant marchiren, so wollen doch Einige gewiss glauben, dass 13 Regi-menter mit Nächstem ein Lager hei dem mainzischen Städtlein Höchst formiren und da stehen bleiben würden, diejenigeaber, so nach Brabant marchiren, andre oben herabkommende österreichische Regimenter wären, welcher Meinung der öster-reichische General von Erbefeld, so zu Hoch heim eine Stunde von hier im Quartier liegt und am Donnerstag mit seinerGemahlin hier bei Hof speisete, mit ist. Mainz, den 30. April 1746. Friedrich Graf von Eberstein.

Nr. 5.

139.

Sire. Die österreichische Trouppen haben nun vergangenen Donnerstag und Freitag das Erzstift völlig geräumet undsind nach Heilbrun marchirt, haben aber überall ein garstig Loh und viele Schulden hinterlassen, ja noch zuletzt dievacanten rationes mit grosser Brutalität von denen Bauern exequirt. Und obschon der hier in der Nähe gelegene Generalvon Erbefeld, welchem von hiesigem Hof viele Höflichkeit geschehen, versprochen, alle Excesse abzustellen, so ist er dochderjenige gewesen, durch dessen Ordre noch die vacanten Portiones unbarmherzig erpresset worden. Es ist zwar an sich selbstihnen nicht zu verargen, dass sie nehmen,. was sie kriegen können, indem die meisten Of'ficiers in 12 und mehr Monatenkeinen Xr. Gage bekommen, der arme Landmann aber ist zu bedauern, wo sie hinkommen. Von vorgestern Abends nach 9 Uhrbis gestern Morgen haben wir hier ein Gewitter in das andre gehabt, welches man bei Menschen Gedenken so nicht gehöretund nicht anders war, als wenn der jüngste Tag kommen sollte. Es hat dabei Schlössen geworfen wie Taubeneier und nochgrösser und dadurch in der Stadt sehr grossen Schaden an Fenstern getlian, auf dem Land aber den Weinstock und Früchteauf viele Stunden den gestrigen eingelaufenen Berichten nach fast gänzlich ruiniret. Mainz, den 29. Mai 1746.Nr. 9. Friedrich Graf von Eberstein.

S. 1140, zu12. 7)."

Nr. 140. Schreiben des fürstbischöfl. eichstädt. Oberstallmeisters Emst Rudolf Baron von Eberstein an den Grafen

d. d. Eichstedt 27. Oct. 1727, die Bitte um Uebernahme einer Pathenstelle bei seiner Tochter Josepha enthaltend.

Hochgeborner Reichsgraf, hochgeehrtester Herr Gesandter. Ew. Ilochgeborn mit diesem zu incommodiren, werden Sienicht ungnädig nehmen. Es hat aber meine Fr., als ich das Vertrauen, dass Sie uns unsere Bitte nicht abschlagen werden.Nachdem der gütigste Gott meiner Frau ihre bishero getragene Leibesbiirde heute früh halb 6 Uhr christmildest entbundenund uns mit einer Tochter beschenket hat, welche wir dann Morgen g. g. durch das Bad der heil. Taufe der christl. Kircheeinzuverleiben willens sind, Ew. Hochgeb. zu einem Taufpatlien auszubitten. In welcher Hoffnung, dass Sie es uns nichtabschlagen werden, wir dann auch den hohw. Hrn. von Dienheim Dero Stelle zu vertreten ersuchen und den Namen Josephabeilegen lassen werden. Wormit dann mich nebst m. Fr. (so Bich gehorsamst empfiehlt) und das kleine Pathchen zu beständigenGnaden gehorsamst empfehlen und mit aller veneration zeitlebens beharre Ew. Hochgeb. Meines Herrn hochgeehrten HerrnGesandten unterth. gehorsamster Diener B. D'Eberstein.

(Orig. im Hauptstaatsarchive zu Dresden.)