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Nr. 95. Schreiben Emst Friedrich's von Eberstein an Graf Flemniing d. d. Merseburg 20. Dec. 1716, worin er meldet, dasser gegen den 9. Januar 1717 seine Rückreise nach Mainz antreten werde.
Hochgeb. Graf! Eur Excellenz werden etc. aus meinem letzthinnigen zu ersehen geruhet haben, was gestalten wegeneiniger Unumgänglichkeiten mich genüthiget i'unden, dass von des Hrn Grafen von Wackerbart's Excellenz mir ertheütenUrlaubes: eine kleine Tour anhero zu thun, mich zu bedienen. Nachdem nun etc. wegen der vorstehenden HeiligenZeit, auch drauf vorseienden Retour Iliro kurfürstl. Gdn nach Dero Residenz Mainz, da Sie unterwegens zu Geubacli imSpessert und zu Aschaffenburg jagen werden, Nichts dermalen zu verabsäumen etc.: so lebe der etc. Zuversicht, Ihro K. M.werden etc. erlauben, dass meine Privata hier vollends zu Ende bringen dürfe; ich werde solche dergestalt einrichten, dassgegen den 9. Januar meine Rückreise antreten könne etc. Verbleibe Eur hochgräfl. Excellenz ganz gehorsamst ergebenster etc.Merseburg 20. X br 1710. (Angef. Correspondenz v. 1716, S. 100. Nr. 43.) " E. F. von Eberstein.
Nr. 96. Extract Schreibens Ernst Friedrich's von Eberstein an des Hrn Geh.-Raths v. Watzdorf Excellenz d. d. Mainz den22. Jun. 1717, worin er über seinen schlechten Zustand sich beklagt.
Meine wenigen Extraordinarien belangend, so ist Gott bekannt, dass, wann es möglich und ich im Stande wäre, es thunzu können, ich viel lieber Ihro Köniyl. Maj. bloss vor die Ehre unterthänigst aufzuwarten, dann vor Besoldung dienenwollte etc. Nachdem aber mein Zustand bekannt und dass, so lange meine Eltern leben, nichts Eigenes habe etc., so werdenEur Excellenz etc. ermässigen, dass etc. nicht mehr im Stande bin, mir mit dem Steuerscheine vor diessmal aus meinerNoth zu helfen etc. Ueberdem werden Eur Exc. zu considerireu belieben etc., dass mein Appointement, so knapp den 4'rn Theildesjenigen, so Hr Graf Nostiz ordinarie hat, womit er wohl auskommen kann, ich hingegen beständig zusetzen muss etc.,zugeschweigen, dass meine doppelte Wohnung zu Bamberg und hier ein 5 tel alleine wegnimmt etc. (Angef. C. v. 1717, 139.)
Nr. 97. Schreiben Ernst Friedrich's von Eberstein an Graf von Flemming vom 15. Aug. 1718, worin er seine Erhebung inden Reichsgrafenstand anzeigt.
Monseigneur! les gräces dont Vortre Excellence a toujours daigne me combler et la protection dont Elle m'honore mef ont si pröcieux que je m'en croirais entierement indigne, si je cachais la moindre chose qui me regarde. Je prends donc lalibertö d'avouer ä Votre Excellence, que S. 3t. Imperiale m'a fait la gräce de me declarer Comte du St. Empire, et queMr. le Vice-Cliancellier de l'empire, Comte de Schonborn, m'en a informö, il y a quelque temps avec la notification,que Vordre ötait donnö de m'en expedier le diplöme. II est vrai, que je suis tres-content de mon sort et de ma condition, vuque sans vanitö ma famille est une de Celles, qui n'ont rien ä se reprocher. Mais cette gräce nie parait trop digne, principalementdans le siecle oü nous vivons, que d'etre refusA Et comme je suis trop persuadö des bontös et de la bienveillance que VotreExcellence a pour moi, je ne doute nullement, qu'Elle approuvera que je l'accepte avec tout le respect du et que je La supplietres-liumblement, de m'en procurer le consentement et l'approbation de Sa Majeste Notre Auguste Roy. Je suis commetoujours avec un respect tres-profond et un zele tres-solide Monseigneur De Votre Excellence le plus humble etc.
ä Munich ce 15. aoüt 1718. (Angef. Correspondenz v. 1718, S. 222. Nr. 19.) D'Eberstein.
Nr. 98. Schreiben Ernst Friedrich's v. E. an König Friedr. August d. d. Frankfurt 14. Dec. 1720, rvorin er diesem seineErhebung in den Grafenstand anzeigt.
Allerdurchlauchtigster etc. König und Herr. Ew. Königl. Mayt. kann allerdelimüthigst zu hinterbringen nicht umhin, wasgestalten Ihro Kaiserl. M. mir die ohnvermutliete Gnade erwiesen und den 4. Jan. 1718 mich in Grafenstand erhoben.Gleichwie nun diese Begnadigung als eine zu Splendeur Ew. Königl. M. Hofes, davon zu sein ich die höchste Gnade habe,gereichende Sache billig ansehe, also hoffe, Ew. Königl. 31. werden allergnädigst agreiren, dass mit dem diessfallsigen Kaiserl.Notificationsschreiben Ihro hiemit allergehorsamst mich zu Füssen legen dürfe. E. Königl. M. allerunterthänigster etc.
E. F. Graf von Eberstein.
Nr. 99. Notificationsschreiben an Ihro Königl. M. in Polen als Kurfürsten zu Sachsen d. d. Wien 23. Oct. 1720, ErnstFriedrichs v. E. gräfl. Standeserhöhung betr.
Wir Carl der sechste etc. Erwählter Römischer Kaiser etc. entbieten dem etc. Herrn August dem Andern, König inPolen etc. und Kurfürsten etc. alles Guts etc. Naclideme Wir den Ernst Friedrich von Eberstein in Ansehung seines uraltenRittermässigen Geschlechts und seiner Vor- und Eltern sowohl, als seiner selbst eigenen Verdiensten aus eigener Bewegnissbereits den 4. January Anno 1718 in des Ileil. Rom. Reichsgrafenstand erhoben, er uns auch anbei allerunterthänigst ünge-langet und gebeten, wir solche Erhöhung Ew. Lbdn vor Andern zu wissen zu machen ggst geruheten etc.: als ersuchen WirEw. Lbden zu dem Ende etc., Sie wollen bei Dero Canzleien die Verordnung thun, auf dass solches angemerket und ihm, Grafvon Eberstein, in allen Begebenheiten ermelter gräfl. Titel und Ehrenwort Hoch- und Wohlgeboren im Schreiben und Redengeben werde etc.
Mittelst Schreibens d. d. Mainz 2. Mai 1722 übersendet Ernst Friedrich Graf von Eberstein das kaiserl. Diplom, welchesvon der kursächs. Geheimen Cabinets - Expedition „zu darauf thuender Königl. Verordnung verlangt worden", worauf die Be-stätigung des Königs erfolgte. (Sp. R. Fr. Aug. I. Bd. LXIV Nr. G343.)
Nr. 100. An Geh. Räthe, dass der Kammerherr von Eberstein in Zukunft als Graf gesehrieben und tractiret iverden solle.
Nachdem Ihro 31aj. der Kaiser Unsern Kammerherrn und am CliurMainzischen Hofe der Zeit befindlichen Ministre ErnstFriedrichen von Eberstein in den Reichs-Grafenstand erhoben und Uns hiervon freundvetter-, brüder- und naclibarl. Nachrichtertheilet: Als ist hiermit Unser gnädigstes Begehren, ihr wolltet hiervon an Unser Marschallamt und gesammte Collegia ge-wöhnliche Notificationes ergehen lassen, und dass bemeldter Unser Kammerherr von Eberstein in Zukunft als Graf geschriebenund tractiret werde, verfügen etc. Warschau den G. Aug. 1722. A. R. Chr. Gr. von Watzdorff.
(Am 8. Aug. 1722 mit der ordentl. Post nach Sachsen abgeschickt worden.)
S. Geheimcanzleiacten im k. Staatsarchive zu Dresden: Reichsgrafen-Standeserhebungen ao 1701 ff., Bl. 147 — 165(Abschrift des Grafen-Diploms für Ernst Friedr. v. E. Bl. 152—165), auch S.-R. B. LXIV. Nr. 6343.
Nr. 101. Schreiben des Grafen Ernst Friedrich von Eberstein an den Ober-Postcommissar Jacobi zu Leipzig d. d. Mainz24 April 1724, den Postivechsel, Briefbeförderung etc. zu Erfurt betreffend.
HochEdler etc. OberPostCommissaire. Dero unter dato Gotha 16. April 1724 an mich erlassenes benebenst Beifugenhabe ich den 21. dieses wolil erhalten, bin Ihnen davor in alle Weise verbunden. Ich habe nach deren Durchsehung Gelegenheitgenommen und mich äusserst bemühet, diese Sache bei hiesigem Ministerio auf gute AVege zu richten, alleine man bleibetferme bestehen, keine andere Post in Erfurt einfahren und daselbst wechseln zu lassen, als welche lediglich es mit demkaiserl. Taxischem Postamte halte und unter dessen Autoritaet stehe. Und hat die Füxische boshaftige Vorstellung,nämlich, dass man unserer Seits suche, dadurch per indirectum den Kaiser und Fürsten von Taxis wegen des Post-regal Eintrag zu thun, per indirectum ein säclis. Postamt (gleichwie die hessischen Häuser in Frankfurt gethan) anzu-richten und mithin das kaiserl. peu ä peu daselbten zu vernichtigen und an sich zu ziehen, — so feste Wurzel gefasset,dass also der einige gewisseste Weg. hiesigen Hof selbst dahin zu bringen, dass Er gelindere Seiten aufziehen und selbstzur Änderung Anlass geben muss, vielleicht, wann Königl. Mjt. und der Herzog von Gotha auch ferme verbleiben und
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