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[Folge 1] (1878)
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Nr. 61. Schreiben des General-Feldmarsclialls Ernst Albrecht v E. an Herzog Moritz zu Sachsen vom 3. Mai 1699, dieselbeAngelegenheit betreffend.

Hochwürdigster, Durchlauchtigster fürst etc. Ew, liochfürstl. Durchl. gnädigstes Rescript sub dato Moritzburglc ander Elster von des negst verwiclienen Monats Aprilis habe ich von meinem Sohne mit gebührender revereutz erhalten undtDero gnädigste Zuneigung wegen meines Sohnes darausz unterthänigst zur gnüge vernommen, davor ich mich den in allergehorsamigkeit höchstes fleiszes bedanncken thue. Und weiln Ew. liochfürstl. Durchl. meinen Sohn gnädigste Vertröstungebisz zu itzo instehender Leipziger Ostermesse sich zugedulden undt so dann wieder anzumelden zuthun, gnädigst geruhende,belieben wollen, Alsz habe dieszem nach zu unterthänigst gehorsambster folge ich gedachten meinen Sohn hinwieder ab-schicket, bey Ew. liochfürstl. Durchl. sich unterthänigst anzumelden, Belanget demnach an Ew. hoclifürstl. Durchl. nochmahlsmein unterthänigst gehorsambstes bitten, Dieszelbe mehr ermelten meinen Sohn, woferne einige stelle sich mittlerzeit ereignetundt Er darzu qualificiret sein möchte, an Dero hoffstadt auff undt anzunehmen gnädigst geruhen wollen. Solche hohe fürstl.milde Gnade werde ich nebst Ihme mit schuldigster Daneknelimung unterthänigst erkennen undt diesselbe mit gehorsambstenDienstleistungen zu verschulden lebenslangk höchstes fleiszes angelegen sein laszen. Hiernechst Ew. Eürstl. Durchl. sambtDero hoclifürstl. Gemahlin undt jungen Herrscliafit, auch gantzem hoclifürstl. Hausze der getreuen sichern Obliuedt des Aller-höchsten, mich aber undt meinen Sohn in Dero hohe Churf. Gnade unterthänigst empfehleudt undt verpleibe Ew. etc.Durchl. vnterth. etc. Ernst Albrecht von Eberstein.

Gehoven 3. May An. 1669.

Nr. 62. Schreiben des General-Feldmarschalls Ernst Albrecht v. E. an Kurfürst Johann Georg II. vom 8. Aug. 1671, tooriner diesem mittheilt, ivas er beimSauerbrunnen" erfahren.

Durchleugtigster etc. Churfürst Ew. Cliurfürstl. Durchl. kan hierdurch vnterth. zu berichten nicht Umgang nehmen,Dasz ich beym SauerBrunnen von denen daselbst anwesenden Hohen Häubtern, so wohl auch denen Brandenb. VornehmstenMinistris und Käthen gnugsam erfahren, dasz I. Churfürstl. Durchl. von Brandenb. unter der handt sich bemüheten, mitdenen Herzogen zu Braunschw. und Liineb. eine nähere alliance bey itzt weitauszelienden Zustande zutreffen. So hat milirauch der vornehmste Minister von denen Herzogen zu Braunschw. und Liineb., welcher mit des ChurPrinzen von HeydelbergDurchl. bey I. Königl. Mayt. in Dennemarck gewesen und eben der ist, so mit h. Diedloff von Alefeldt aus Bewustersaclie geredet, im Vertrauen eröfnet, dasz sie dieselbe alliance zu selilieszen in voller arbeit wehren. Da er dann auch ver-neint, dasz I. Königl. Mayt. von Dennemarck E. Churf. Durclil., weil Dieselbe so nah mit Schwägsrschaft verwandt und esdenen beyden, als Ober- und Nieder - Sächsz. Kreyszen sehr zuträglich fallen würde, darum gerne haben möchten, Es würdezugleich bey denen Fürstl. und andern hohen Ofliciren und Ministere gedacht, Wie es mit der Franzoischen armatur ein weitgefährlich aussehen bette, und befürchteten sie sich, wann der König von Frankreich itzo was vornehmen würde, er eingroszes verrichten könte, weil die deutsche Fürsten in schlechtem Verbündtnus und Verfaszung stünden.Es war auch Prinz Wilhelm von Fürstenbergk, Bischoff, alldar beym Brunnen und wardt gäntzlich darfür gehalten, daszer von König in Franckreich hingeschickt wehre, Was in ein und andern aldar vorginge, zu penetriren und etzliche Gemütherzu gewinnen, Welches er sich hochangelegen sein laszen und I. allerseits Durchl. die lierzoge täglich, einen nach dem an-dern, fleiszig besuchet und immer die sacke voll Briefe gehabt. Er ist über 8 tage beim Brunnen gewesen, hat aber mit seinemBruder, den Bischoff von Strasburgk, welcher itzo zu Cölln ist, fleiszig Briefe gewechselt und des Königs von FranckreichPartey trefflich gehalten. So wolt auch verlauten, dasz 4 meil über Cölln Französche Völcker ankommen wehren. Sonstenkahm ein vornehmer Churfürstl. Brandenb. Bedienter dahin, welcher nur 3 tage von I. Churfürstl. Durchl. gewesen, der be-richtete, dasz I. Churfürstl. Durchl. bey seiner abreise von deren Minister einen, der beym König in Franckreich wehre,schreiben bekommen hetten, dasz der König in Franckreich dem Keyser Krieg solte angekündigt haben. Von gar gewiszerhandt hat mann auch, wann sich Braunschweig noch was gehalten liette, da die holländer einen entsatz darauf würdengethan haben, Welches desgleichen von Schweden verlauten will. E. Churfürstl. Durchl. solches gehorsamst zu hinder-bringen, habe meine vnterth. Schuldigkeit zu seyn befunden, E. Churfürstl. Durchl. damit göttl. groszen Bewachung, michaber beharrlicher Gnaden überlaszendt, Verbleibe lebenlang Ew. Chf. Durchl. vnterthänigster etc.

Neuhaus den 8. Augusti 1671. Ernst Albrecht von Eberstein.

An Churfürst Johann Georg II. zu Sacliszen eingekommeue Schreiben und darauf ertheilte Antworten de Ao.

1650 1680. Vol. I. Nr. 8569 Bl. 282 im k. Hauptstaatsarchive zu Dresden.

Nr. 63. Schreiben des General-Feldmarschalls Ernst Albrecht v. E. an Kurfürst Johann Georg II. vom 28. Sept. 1672,worin er die Annahme des 1c. dein. Rittmeisters Glaudi in lcursächs. Kriegsdienst etc. bevorwortet,

Durchleüchtigster Churfürst, Gnädigster Herr.

Ew. Churfürstl. Durchl. seind jederzeit meine unterthänigste geliorsahmbste vnd pfliehtschüldigste Dienste bevor, undkan ich nicht unterlaszen, bey Ihr. Churfürstl. Durchl. wegen desz Kittmeistern Hansa Christoph Claudi, welcherin Holstein bey Ihr. Königl. Mayt. in Dennem. Ober Jäger und Rittmeister, nochmahln unterthänigste Erinnerung zu thun.Wann dann ged. Rittmeister, deszen Vater sehl. Isaac Claudi bey Ihr. Churfürstl. Durchl. Herrn Vatter sehl. gedächtniszzu Annaburgk Jäger und WildMeister gewesen, nunmehr, da er bey Ihr. Churf. Durchl. auff eingerley weise könte aco-modiret werden, sich seiner Dienste loesz machen wolte. Und ist derselbe nun ein guter ehrlicher Mann und unter meinemdahmahligenn Regiment in Denmck Rittmeister gewesen und das seinige wohl thut. Alsz habe Ihr Churfürstl. Durchl. seinet-wegen nochmahln unterthänigst ersuchen und bitten wollen, ihm die Hohe Gnade zuerweisen vnd ihn entweder in Kriegs-dienste oder bey der Jägerey zu employren. Ewer Churf. Durchl. nebst Dero hohem Churfürstl. Hauzse langfristender Gesund-heit und allem hohen Churfürstl. Wohlergehen der Allwaltenden Obschiren Gottes hiemit getrewliclist empfohlen, der ich sterbe

Ewer Churfürstl. Durchl. Unterthänigst trewgehorsahmbster vnd pflichtschuldigsterNeuliauss den 28. 7 1 ' r ' s Ao. 1672. Ernst Albrecht von Eberstein.

Nr. 64. Schreiben des General-Feldmarschalls Ernst Albrecht v. E. an Kurprinz Johann Georg III. vom 23. Juni 1673, dieBitte um Intercession beim Kurfürsten ivegen seiner rückständigen Besoldung enthaltend.

Durchlauchtiger, hochgebohrner Fürst und Herr.

Ewr. Churprinzl. Durchl. seind meine untterthenige gehorsame dienste jederzeit an vor, Gnädiger Herr. Ewr. Cliur-Prinzl. Durchl. untterthenig meiner Schuldigkeit nach Persönlich gehorsambst auffzuewarten, habe ich zwar mir fürgenommengehabt, bien aber durch eine unvermuthete angelegte Feürsbrunst zue Gehoven und ob solchem Unglück Überfallene leihesbesehwehrung davon abgehalten worden, Daliero ich meinen Sohn Christian Ludwigen von Eberstein Dero höchstgeehrten Hemm Vater eine untterthänige Supplic Wegen meiner restirenden besoldung undt umb deren Abrechnung, weilnmeine bestallungsgelder von tag zu tag sich heuffen undt aus der Geheimen Einnahme ich noch nichts empfangen, zue solli-citiren abgefertiget habe. Dieweil ich dann ie undt allwege verspühret, dass Ewr. ChurPrinzl Durchl. in Gnaden mir wohl- gewogen, Als habe ich die Künlieit, Dieselbe intercedendo anzuelangen genommen. Ergehet demnach an Ew. ChurPrinzl.Durchl. mein Unttertheniges suchen vnndt bitten. Dieselbdc geruhen, do es nötig, die hohe Gnade mir bey zuelegen undt einegnädige Intercession bey mehr höchst ermeltem dero Herrn Vattern für mich, dasz ermelter mein Sohn mit ge . . ger gnä-digster resolution versehen werden möge, zue thuen gnädig belieben wollen. Solche Cur-Priuzl. hohe Gnade zue tag undtnacht lebenslang liienwieder zueverdienen bien ich so bereitwilligst als gehorsambst schuldigst, und Dieselbde sambt deroHertzgeliebten Gemahlin und Jungen Herrschafft zue allen Chur-Prinzlichen Wohlergehen in des allwaltenden Gottes Schutz,Mich aber in Dero Chur-Prinzl. Hulde entpfehlende, Datum Gehoven den 23. Juny ao. 1673.

Ewr. Chur-Prinzl. Durchl. untter thäniger vnnd gehorsamer Diener(Siegel: Wappen mit 5 Feldern [s. v. E Gesch. 1082]). Ernst Albrecht von Eberstein.

Corresp. Sehr, Anno 167.78, Nr. 8564, Bl. 39 im k. Ilauptstaatserchiv zu Dresden.