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und Burgen hießen damals „Bürger", und dieser Name zeigtenoch keineswegs einen Gegensatz zum Adel an, sondern bezeich-nete die mit besonderen Vorrechten vor den Kauf- und Handels-leuten und Handwerkern ausgestatteten Einwohner-Classen derStädte. Erst als auch die letztereu gewisse Bürgerrechteerlangt hatten, ging der Name Bürger — ungefähr in derMitte des XIV. Jahrhunderts — auch auf diese über.
Nach Angabe von Manuscripten über die Geschichte lllm's,welche dem dortigen Prior des Dominikaner-Klosters FelixFabri zugeschrieben werden^), waren die Einwohner derStadt bis iu's XV. Jahrhundert in sieben Ordnungen ein-getheilt: In die 1. gehörte der eingeborene Uradel, in die 2.die nach der Erbauung der Stadt aus anderen Städten undBurgen eingewanderten Edelleute; die 3. Ordnung bildetendie sogenannten Geschlechter; die 4. die Ehrbaren; die 5.die Geschäfts-, Kauf- und Handelsleute; die 6. die Hand-werker; die 7. die übrigen Einwohner, denen keine Bürger-rechte zustanden. Die Familie Reutz wird in diesen Manu-scripten in der 4. Ordnung, unter den „Ehrbaren", auf-geführt.
Aber schon im Jahr 1488 waren die vier ersten Ordnungenzu einer einzigen vereinigt unter dem Namen Patriziernach altrömischem Vorbild. Der Chronist Martin Crusius,der lange Zeit in Ulm gelebt, nennt als Uatrieii nlmonsss33 Geschlechter als die hervorragendsten (eminontiores), da-runter die Familie Rentz. Der Name „ehrbare Geschlechter"
') Diese Manuscripte, welche in mehreren Exemplaren in Ulm undMünchen vorhanden sind, enthalten eine ausführliche Beschreibung undGeschichte Ulm's — s. Verhandlungen des Vereins für Kunst undAlterthum in Ulm und Oberschwaben, neue Folge seit 1869, Heft II,wo Erläuterungen und Auszüge aus den Manuscripten zu finden sind.In abgekürzter Fassung enthält auch das Sammelwerk von Goldast:rorum susvioarum scriptores aliguot veteres, gedruckt 1665 in Frank-furt a. M., in 2. Ausgabe 1727 in Ulm, eine Beschreibung und Ge-schichte der Stadt Ulm von F. Fabri.
2) Nurtini Crusii unnaies susvici sivs cdrouiou Lusvieas gentw,15S5 u. 36, ?ars II, pa^. 483, iu's Deutsche übersetzt und fortgeführtvon I. I. Moser 1733, II. Theil, Seite 136. — Notizen aus dieseuChronik sind dem Renz'schen Stammbaume, gefertigt 1776 von KartPhilipp Friedrich Renz, beigesetzt fs. Vorwort zur ersten Ausgabe).