II. Aclteste Geschichte der Familie,
von ihrem rrltrii Änftrctni in Illm bis )»in Erlöschendes potrizierstamms daselbst.
Eine zusammenhängende Geschichte der Familie in genea-logischer Entwicklung läßt sich von ihrem ersten Auftreten inUlm im Jahr 1237 an nicht geben. Erst vom Jahr 1S13besteht eine solche, seit Kaiser Maximilian I. die GebrüderLudwig und Ulrich durch einen Wappenbrief geadelt hat,lind von diesen Stammvätern in einer Abzweigung vomUlmer Patrizierstamm ein neues Geschlecht gegründet wurde,das seine Genealogie mit seltener Vollständigkeit bis ans denheutigen Tag nachzuweisen im Stande ist, obgleich es sichüber mehrere Länder Deutschlands verbreitet hat. Aus derfrüheren Zeit bringen Archive und Chronisten Nachrichtenüber viele Glieder der Familie, deren verwandtschaftlicheBeziehungen zu einander nicht mehr ermittelt werden können,die aber ohne Zweifel sämmtlich derselben Familie ange-hörten, weil sie Glieder einer bevorrechteten Einwohner-Classewaren, deren Angehörige an Zahl gering waren und sämmt-lich bekannt sind.
Der erste Nentz in Ulm, von welchem die Geschichte Kundeaufbewahrt hat, lebte unter Kaiser Friedrich II., führte denVornamen Konrad und erscheint im Jahr 1237 in einerUrkunde als Zeuge, und zwar unter dem Familien-NamenRüzo (s. h. Ranzo) s. Beilage IV., Urkunde 1.
Sieben Jahre später, 1244, findet sich wieder eine Urkunde,eine Schenkung mit einer großen Anzahl Zeugen: tulales<Beamte) et viri impsrii (Freimänner, reichsuumittelbareBürger), cleriei (Geistliche) und laim (Laien). Zwei Rentzohne Vornamen, ckuo Umbaues, erscheinen hiebet als viriImperii. Uebrigens war Ulm damals noch kaiserliche Stadt;sie erhielt das Recht, ihren Stadtvorstand, den Bürgermeister,selbst zu wählen, erst 1274 durch Kaiser Rudolf von Habsburg,rmd die eigentliche Verfassung als freie Reichsstadt durch densogenannten Schwörbrief vom Jahr 1327 durch Kaiser Ludwigden Bayer. ^) Die freien Männer in den befestigten Städten
') Siehe Anhang, Ziff. 4.