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wurde fortan vorzugsweise für den städtischen Adel gebraucht,welcher dieselben Standes- und Ehrenrechte besaß, wie derland- oder ritterschaftliche Adel, nämlich das Turnier-,Wappen-, Siegel-, Schöffen- und Lehenrecht (siehe hierüberim Anhang Ziff. 4).')
Die 5. und 6. Ordnung der Einwohner von Ulm, dieHandelsleute und Handwerker, waren in 17 Zünfte ab-getheilt. Zwischen den Geschlechtern und Zunftgenossenbestand in socialer Beziehung schroffe Trennung. Kein Hand-werker oder Gewerbtreibender konnte Aufnahme in's Patriziaterlangen, und im engeren Rath fand nur ans jederZunft der Vorstand Sitz und Stimme. Der Eintritt ineine Zunft hatte den Anstritt aus dem Patriziat zur Folge;nur eine Zunft machte eine Ausnahme: die sogenanntenMarner, Loderer oder Wolleweber; sie war die reichste, mäch-tigste, angesehenste unter allen und galt überdies im Kriegeals die tapferste. Ihr verdankte die Stadt Ulm einen großenTheil ihres Wohlstandes und ihrer Macht, weßhalb ihr allein„angesehene Geschlechter" angehören konnten. Unter diesenwerden auch die Nentz genannt.
Das vorgenannte Jahr 1488, in welchem Ulm dem großen,schwäbischen Fürsten-, Ritter- und Städtebnnd, St. Georgen-schild genannt, beitrat und dessen Regierungssitz wurde, be-zeichnet den Gipfelpunkt der Blüthe des Ulmer Staatswesens.Der Gemeinsinn, die Strebsamkeit, Energie und Tapferkeitseiner Bewohner hatten die Stadt, welche auf einem Gebietvon etwa 17 nicht viel über 40,000 Einwohner zählte,
auf einen seltenen Grad von Reichthum im Innern, Macht
Ueber die Stellung der Patrizier zum ritterschaftlichen Adel undzum Adel überhaupt schrieb ausführlich Frhr. Roth v. Schreckenstcin:daS Patriziat in den deutschen Städten, 1656; auch Paul v. Stetten,Geschichte der adeligen Geschlechter in der freien Reichsstadt Augsburg,I. Abtheilung, 1762.
2) Joh. Herk. Haid, Ulm u. sein Gebiet, 1786, S. 2S9, und über-einstimmend Carl Jäger, Ulm's Verfassung, bürgerliches u. commerziellesLeben im Mittelalter. 1861, S. 637 u. 633, geben an, daß der Mar-ner-Zunft auch „ansehnliche Geschlechter" angehörten, worunter dieRcntzen, Löschenbrand, Lebzelter, Marchthaler, Fingerlin, Harder" u. a^— Jäger nennt selbst die Besserer, eine der ersten Familien Ulm'S.