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Folge 6 (1887)
Entstehung
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Lunetaa Nariae in nnmtn (Frauenberge) Heinrich Niemeycr, dem ein-zigen Sohne des als Patriot während Preußens trüber Zeit und als Jugend-schriftsteller rühmlichst bekannten Pastors Christian Niemcyer zu KleinDedelebcn bei Jerxheim. In Nordhausen wurden die drei ältesten SöhneAdolf (14. Okt. 1843), Heinrich (19. Febr. 1845) und Johannes(26. Juli 1848) geboren.

Als in GeHofen, über dessen geistl. Institute der Ebcrstcinischen Familiedas Patronat zusteht, der Pastor Wollwcber 1849 gestorben war und dieKompatronc von Charlottcns Vater den Pastor Niemeyer die Vokation zuder Gchofencr Stelle erthcilt hatten, siedelte derselbe Ende Januar 1850 dahinüber. Hier hatte nun Charlotte volle Gelegenheit, ihre wirthschaftlicheTüchtigkeit zu bewähren: sie hatte eine Landwirthschaft von über 300 Magde-burger Morgen zu leiten. In GeHofen erhielt die Familie durch die SöhneHermann (ch in Wernigerode) und Georg (geb. 23. Sept. 1851) Zuwachs.

Nach seiner Emeritirung zog Pastor Niemeyer Ende des Jahres 1858nach Halle a. S. Durch einen Vetter ließ Niemeyer sich verleiten, dessenhalben Anthcil an einer Cichorien-Fabrik inHasscrode dicht vor dem Thorevon Wernigerode a. H. zu übernehmen, hatte aber keine Ahnung, daß dieGeschäftslage derselben eine sehr prekäre war, sodaß es ihm nur mit Müheund unter einem sehr großen Opfer gelang, wieder loszukommen. Nachdemder Pastor darauf von seiner schön gelegenen Wohnung in der Fabrik auserst einige Jahre in der Stadt selbst gewohnt hatte, kaufte er sich sein nochjetzt von ihm bewohntes Grundstück in Hasscrode.

Die beiden Tanten Charlottens in Dresden (Emilie und Charlotte)forderten ihren häufigen Besuch daselbst; besonders in ihrer letzten Lebenszeitfühlte sich Tante Charlotte in ihrem hohen Alter sehr vereinsamt, sodaßsie ihre Nichte im Jahre 1871 zwei Mal zu sich berief. Charlotte Nie-meycr als eingesetzte Universalcrbin hatte die Last der Nachlaßregulirung.Im Sommer 1875 hatte Lottchen ihre nun betagte Mutter, welche in GeHofenihren Wohnsitz hatte, zu sich nach Hasscrode geholt; dieselbe, zwar nochregen Geistes aber hinfälligen Körpers, beschloß schon Ende September des-selben Jahres ihr Leben.

2. Lonis Ferttümml, s. unten.

3. MoriZ Lebrecht, geb. 27. Sept. 1827 im Schlosse zu Groß-Leinungcn, erhieltden ersten Unterricht in Gemeinschaft mit seinem Bruder zunächst durch Haus-lehrer und darauf durch den Ortsgeistlichen in der Pfarre. Nicht ganz 8 Jahrealt kam er Mitte Sept. 1835 zusammen mit seinem Bruder nach Pansfeld eauf dem Harze zu dein Pastor Gräfenhain in Pension, 2. April 1837 aufdie Realschule zu Nordhausen, welche er zuerst 3 Jahre lang von demgroßen Erziehungsinstitute des an der Schule als Ordinarius der 2. Klasseund als Lehrer des Französischen und Englischen wirkenden ProfessorsDr. John, später vom elterlichen Hause aus besuchte. Nachdem Morizseinen ursprünglichen Plan, Mathematik und Naturwissenschaft zu studiren, inden erweitert hatte, sich der Wissenschaft überhaupt zu widmen, trat er, imGriechischen und Lateinischen von dem Gymnasial - Oberlehrer Dr. Rödervorbereitet, von Johanni 1843 an zuerst nur für die griechischen Lektionen,dann mit dein 2. Januar 1844 voll in den Unterricht in der Prima desGymnasiums zu Nordhausen ein. Ende Sept. 1846 begab er sich nachBerlin zum Besuche der Universität. Auf der Orientalisten-Versammlung1850 wurde er auf Bopp's und des Portenser Professors Steinhart (des