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gesunden Natur im Sommer darauf wieder, und zwar derart, daß er sogar inden Jahren 1847, 1850 und 1851 einen längeren Landaufenthalt in Leinungennehmen konnte. Aber ein erschütternder Ärger, der ihm dort am 23. August1851 bereitet wurde, rief das nur schlummernde Leiden wieder wach undsteigerte es zu einem solchen Grade, daß er, nach Nordhansen zurückgekehrtund daselbst 2^ Jahr auf das SchmcrzenSlager gebannt, noch am Tage vorseinem am 7. Januar 1854 vormittags 11^ Uhr erfolgten Tode selbst aus-rufen konnte- wie ich das aushakte, ist nur selbst unbegreiflich! Mit so über-großer, den Arzt zum Staunen bringender Geduld der Patient seine unsäglichenSchmerzen auch ertrug und bis zum letzten Augenblicke seine Geinüthshciterkcitund seinen offenen Sinn für alle edleren Interessen bewahrte, so waren es dochüber zwei lange schwere Jahre, welche denn endlich doch die sonst zähe innereGesundheit des noch mit dunkelblondem, vollem Haupthaare geschmückten Achtundsechzigjährigen aufreiben mußten.
Gustav hinterließ die Witwe: Juliane Bcrnhardine Henriette geb. Stief(geb. 1. Januar 1804 zu Groß-Leinungen, P 23. Sept. 1875 zu Hasserode beiWernigerode am Harz, Näheres 5. Folge 395) und dreiKinder:
1. Juliane Gustavine Clmrlotte, geb. 16. Nov. 1823, bis zu ihrem vollendeten4. Jahre im elterl. Hause erzogen, wurde dem im Spätherbste 1830 zulängerem Besuche im Leinunger Schlosse anwesenden Bruder ihres Vaters,dem Major Moritz, mit nach dessen damaligem Wohnorte Luckau gegeben,um daselbst eine sogenannte höhere Töchterschule zu besuchen. Die in Berlinaufgetretene Cholera und ihr schnelles Umsichgreifen ließen für CharlottcnsVater die Vorsicht geboten erscheinen, die Tochter schon in? nächsten Sommerwieder zurückzufordern. Charlottens Unterricht erfolgte nun zunächst durcheinen Hauslehrer, bis sie zu Ostern 1832 nach der nahe gelegenen StadtSangcrhausen zu dein Konrektor der „Hohen Schule", Wittholz, in Pensionkam. Hier blieb sie bis zu ihrem 11. Jahre. Ins elterliche Haus zurück-gekehrt, genoß sie nun den Unterricht des Ortsgeistlichcn Magister Förster,kam 3. Januar 1836 zu dein Pastor Gräfenhain in Pansfelde und tratnach ihrer Palmsonntag 1837 erfolgten Konfirmation in das Münzel'schcTöchter-Pensionat in Nordhauscn ein. Darauf wurde das Haus der TanteEmilie Freiin v. Eberstein zu Dresden vom 1. Okt. 1839 bis Ostern 1841die Heimath Charlottens. Bei Hofe durch ihre Tante Friederike geb.v. Wolffersdorff, Erziehen?? der jungen Prinzessinnen, vorgestellt, erhielt sieEinladungen zu den Hofbällcn. Ihr einnehmendes, gemüthvolles, anspruchs-loses Wesen — eil? Abbild desjenigen ihres Vaters — gewann ihr die Herzenaller Familien, in welche sie eingeführt wurde. Im Herbste 1840 erhielt sieden 8tägigen Besuch ihres Vaters, der sie auch in? Jahre vorher selbst nachDresden geleitet hatte. Als an? 6. Febr. 1841 der Onkel Franz in Schöne-feld gestorben war, begab sie sich in Begleitung der Tante Charlotte dorthinzur Beisetzung. Einige Tage vor Charlottens Rückkehr ins Elternhaus wardas Salzacr Domicil aufgegeben worden und Nordhausen selbst nun derbleibende Wohnort (vgl. 5. Folge 388).
Bei Charlottens schon früh regen? wirthschaftlichcn Sinne und ihrerAnstclligkeit und ihren? praktische?? Geschick erwarb sie sich unter der bewährtenLeitung der Mutter bald die Fähigkeit, eine Hausivirthschaft selbstständig zuführen, wozu ihr schon nach IV4 Jahren die Pflicht erwuchs durch ihre an?23. Januar 1843 zu Nordhausen erfolgte Verheirathnng mit den? bisherigenGymnasial-Oberlehrer und nunmehrigen Pfarrer an der Nordhäuscr Kirche