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Folge 6 (1887)
Entstehung
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Nathskcller gegenüber angenehm liegende Haus, welches sich damals nebst deinzugehörigen Gehöfte und Gute in Ernstens Besitze befand, lind bewirthschaftctenicht nur diese Länderci, sondern auch die ehemalige Erbpachts-Mühle, welcheder letzte Erbpachten zur Subhastation hatte kommen lassen und die darauf ausVersehen des Grundbuchrichters statt für das Schloß, für welches Gustav sieerstanden hatte, auf Gustav's Namen als dessen persönliches Eigenthum ein-getragen worden war. Gustav hatte zwei Obstbcrge und einen kleinen Weinbergam südlichen Abhänge der Muskammcr gekauft, legte dahin vom Orte aus andem westlichen AbHange hinauf einen fahrbaren, mit Obstbäumen bepflanztenWeg an und erbaute ein Haus in der Mitte des Obstberges. Außerdem hatteGustav auch die von der Eislcber-Mansfelder-Gewerkschaft zum Verkauf ge-stellten Gebäude der ehemaligen Kupferhütte erstanden, um so die ganze Wasser-kraft des Leincbaches ausnutzen zu können. Die Gewerkschaft hegte aber Miß-trauen, als ob Gustav den Kauf für das Schloß bewirkt habe und möglicher-weise ihr schaden könne, und versagte ihm daher den Zuschlag.

Da Gustav seine drei Kinder seit 1837 nach Nordhauscn in Erziehungs-Jnstitute gegeben hatte, von wo aus sie die höheren Schulen der Stadt besuchten,so bestimmte ihn die Rücksicht auf seine Kinder, zu Johanni 1838 seinen Wohnsitzauf das schön gelegene und eingerichtete Götting'schc Gut in dem Vs Stunde vonNordhausen entfernten Salza zu verlegen.

Gleich nach Gustav's Übersiedelung nach Nordhauscn erhielt er von deinGcneralpostmeistcr v. Naglcr die Anfrage: ob, da jetzt (also nach 23! Jahrennach der erhaltenen Aussicht auf Civilanstellung im Postfache) die Reihe an ihmsei, er ein Postamt annehmen wolle? zunächst sei von den Militairpostämterndas von Maricnburg vakant; er könne nun dasselbe entweder selbst annehmen,oder auch durch einen vom Gencralpostamte zu bestimmenden Administrator ver-walten lassen. Da Gustav damals gerade, und zwar mehrere Monate krankan seinem alten, aber noch nicht richtig diagnosticirten Übel darniederlag, sowählte er die Administration. Im I. 1850 machte der neue Handelsministerv. der Heydt den Versuch, die Militairpostämter überhaupt zu beseitigen, pcnsionirteGustav und zwar mit der bedeutend geringeren Summe seines ehemaligen Warte-gcldcs; allein das Kriegsministcrium, welches hiervon in Kenntnis gesetzt werdenmußte, übernahm sofort aus eigener Initiative den Major Gustav wieder in dasInvaliden-Departement und gewährte ihm eine höhere Pension, als seine Kompetenzim Postfache betragen hatte.

Es waren die ersten Jahre nach Gustav's Übersiedelung von Leinungcnnach Salza und Nordhausen für ihn und seine Familie recht angenehme. Leideraber war es ihm bcschiedcn, seine letzten Lebensjahre in anhaltender Krankheit undunter entsetzlichen, von ihm mit wahrhast großartiger Geduld ertragenen Schmerzenhinzubringen.

Am 18. Febr. 1846 bei äußerst strenger Kälte mußte Gustav eine Reisenach Naumburg unternehmen, von wo er nach Dresden weiter zu reisen gedachte.Die ungünstige Witterung sowohl wie die so anhaltende Erschütterung durch dasFahren riefen einen höchst gefährlichen Blascnkatarrh, Steinleiden und eineHämorrhoidalcntzündung hervor, wodurch das untere Ende des Rückenmarks der-maßen affieirt wurde, daß Gustav bei der Ankunft in Naumburg kaum aus demWagen auf das Zimmer gebracht werden und sich dann auf seinem Lager keinenZoll weit seitwärts bewegen konnte. Unter entsetzlichen Schmerzen war er dahergezwungen, in Naumburg 14 Wochen liegen zu bleiben, bis dann einige Tagevor Pfingsten die langsame Rückreise in einem mit Betten ausgefüllten Wagennach Nordhauscn gewagt werden konnte. Zwar erholte sich Gustav kraft seiner