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des Sekretärs Bedienter. Gustav geht nun wieder in das Parterre des Schlosseshinunter und schickt sofort zu seinem Vetter, dem Hauptmann Ernst v. Ebcrstein,und bestimmt diesen, daß er sich in den Wagen setzt, nach Sangcrhausen fährtund dein Jnguisitoriat persönlich Anzeige erstattet.
Der entlarvte Bösewicht schickt unter einem Vorwande seinen Bedientenfort; dieser sieht aber noch im Weggehen, daß Zimmermann nach dein Gewehr-schranke greift, von da etwas herausnimmt und schnell in die Brusttasche steckt.Abends Uhr geht Gustav's Kutscher hinauf zu Zimmermanns Wohnräumen,findet aber alle Thören verschlossen. In der Nacht gegen 2 Uhr hört man ander Thüre (welche von dem höher gelegenen Garten aus, und zwar von derüber einen gemauerten Wallgraben nach der breiten inneren Steintrcppe führendenBrücke den Hinteren Zugang zu dem Hauptflügcl des Schlosses bildete) ein starkesKlopfen. Selbstverständlich wird nicht geöffnet; denn wäre dies geschehen, sowürde Zimmermann erst den ihm Öffnenden niedergeschossen haben, darauf zuseines Herrn Bette gedrungen sein und auch diesen getötet haben. Den anderenMorgen nun gegen Vz8 Uhr hören Horla'sche Schulkinder (welche während derdamals gerade in Rötha eingetretenen Pfarrvakanz nach Lcinungen in den Kon-firmandennntcrricht gehen) oben im Holze über dem sogenannten Gemcindekopfenicht weit abseits vom Wege einen Schuß fallen, sie gehen nach der Richtunghin — und finden da den Selbstmörder entseelt liegen!
Nach dem so jäh erfolgten Tode dieses durch seine Verirrungcn in Ver-zweiflung getriebenen, ursprünglich wohl nicht eigentlich verworfenen und mitvorzüglichen geistigen Fähigkeiten begabten Mannes, welcher verheirathet warund mehrere erwachsene Kinder hatte, deren Mutter aber in der Gegend vonHalle wohnhaft war, stellte sich's nun heraus, daß die von ihm bei seinerMeldung zur Stelle producirten glänzenden gerichtlichen Zeugnisse sämtlich ge-fälscht waren. Nach solchen Enthüllungen konnte man sich nun auch nicht weiterwundern, daß, wie sich gleich nach seinem Tode ergab, Zimmermann auch inseiner Geschäftsführung während der Krankheit seines Principals sich argerFälschungen und Betrügereien schuldig gemacht hatte.
Während der Führung der General-Vollmacht seiner Geschwister durchGustav boten nicht nur die Mansfeld'schcn Besitzungen, wie vorstehend an-gedeutet, der Verwaltung vielfache und nicht leicht zu behebende Schwierigkeiten;es geschah solches fast in gleichem Maße von den Stammbesitzungen in Ge-iß ofen ans. Und es herrschte ein ewiges Gehen und Kommen im LeinungcrSchlosse; interessirte und uninteressirte Betheiligte, Behörden und Private ver-kehrten da in buntem Wechsel, und über ein Jahrzehend hatte Gustav sich dendaraus erwachsenden Mühsalcn und Beschwerlichkeiten, die nicht nur die leiblicheGesundheit, sondern auch den Kopf und das Gemüth in angreifender Weisein Anspruch »ahmen, zu unterziehen.
Hinsichtlich des Patronats hatte Gustav schon bei Lebzeiten seines BrudersWilhelm bei der Besetzung der durch den Tod des Pastors Franke vakantgewordenen Pfarrstelle zu GeHofen arge Widerwärtigkeiten durchzukämpfen;es knüpfte sich im Jahre 1820 sogar zwischen dem Baron Wolf v. Eberstcin,dem vormaligen Staatsminister Karl Theodor Frhrn. v. Eberstein zu Mainzund den Gebrüdern Ernst und Karl auf Morungen einerseits und den siebenSöhnen des 1811 ch Hofraths Wilhelm Frhrn. v. Ebcrstein: Wilhelm, Karl,Ernst, Moritz, Gustav, Franz und Georg, andercrseis ein Streit über dasStimmrecht „hieran, welcher am 26. Nov. 1825 seine Ausgleichung durch einedahingehende Übereinkunft fand, daß hinfort die Ausübung des Stimmrechtsnach Köpfen, nicht aber nach Gutsantheilen stattfinden solle.
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