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sei, kam Gustav bei Sr. Majestät dem Könige um Verleihung dieses Postamtsau ihn ein, erhielt jedoch bereits unterm 14. Januar von dem Flügel-Adjutanten(späteren Kricgsminister) v. Witzleben abschläglichen Bescheid.
Da hierauf Gustav auf seine Erkundigungen die Auskunft erhalten hatte,daß, wenn es nach der Tour gehe, bei der großen Anzahl von Erpcktanten eswohl an 25—30 Jahre dauern könne, ehe er an die Reihe komme, ein Postamtzu erhalten — wie dies sich auch in der Folge wirklich herausstellte — ver-zichtete er auf solche zweifelhafte Hoffnung und begab sich am 2. März 1819wieder nach den mansfeldischen Familiengütern. Da sein ältester Bruder Wil-helm, welcher seit 1817 sämtliche Familicngeschäfte führte, iu Horla wohnte,während derselbe in das Lcinungcr Schloß einen Administrator gesetzt hatte, zogGustav in das ehemalige Hütteubeamtcnhaus zu Groß - Leiuungcn, welches sichseiu Vater bei der Auseinandersetzung mit seinen? Bruder Karl vorbehalten hatte.
In? I. 1823 an? 28. April starb Gustav's ältester Bruder Wilhelm, sodaß hiermit auch eine Lücke ii? der Verwaltung aller gemeinsamen, die mans-feldischen und Gchofen'schcn Besitzungen betreffende?? Angelegenheiten eintrat.Obgleich Gustav in Rücksicht auf eine sich schon damals anmeldende Niercnkrank-hcit, zu welcher der russische Feldzug und die mit Wasser bis obenhin ausgefülltenWallgräben vor Spandau bei Bercuuuug dieser Festung den Grund gelegthatten, nur geneigt war, um überhaupt Beschäftigung zu haben, die GüterLeinuugeu und Horla zur eigenen Bcwirthschaftung zu übernehmen; so ließer sich doch auf anhaltende Bitten und Vorstellungen seiner Brüder Karl undFranz und seiner Schwestern Emilie und Charlotte, sowie unter Zustimmungder Brüder Moritz und Georg dazu bewegen, auch als deren General-Bevollmächtigter nicht nur der allgemeinen Lewing der Forst-Verwaltungund der Pachtangelcgcnheiten der drei Gehofcncr Rittergüter, der diese betreffen-den Lchns-, Patrimonialgcrichts- und Polizeiangelegcnhciten, soivie der Patrouat-geschäfte bezüglich der geistlichen Institute sich zu unterziehen, sondern auch dieFührung der vielen schwebenden Prozesse zu übernehmen. Allerdings hatte Gustavhierbei ai? dem als Sekretär und Rcutmeistcr angestellten praktische?? JuristenZimmermann eine wirkliche Hülfe; doch aber gehörte bei der für einen Mannbeinah zu große??, mit vielen Sorge?? und Ärger verbundenen Arbeitslast einesolche Arbeitslust, eine solche Leichtigkeit, sich ii? bisher ihn? fern liegende Ver-hältnisse und Geschäfte zu finde??, und eine solche Uuverdrossenhcit und aufopferndeUneigennützigkcit und allseitige Gerechtigkeit dazu, wie alle diese Eigenschaftenden? Major Gustav ii? seltenem Grade eigen waren.
Da die Ämter Lcinungen und Morungen 1808 zu den? ncucrrichtctcu König-reiche Westphalen geschlagen worden waren und eine echte Jeromische Kreatur diePräfektur verwaltete, so hatten sich die ehemaligen Gutsuntcrthanen und Erb-zinslcutc nicht nur der gesetzlich aufgehobene?? ungcmefsenen Dienste, sondernüberhaupt aller Dienste und aller Natural- und Geldabgabcn lcdig und über-hoben erklärt. Als dann im Jahre 1817 Wilhelm die Verwaltung übernommenhatte, glaubte er es seinen Geschwistern und Vettern gegenüber schuldig zu sein,wen?? er sofort auf Erfülluug der unterlassenen Leistungen drang. Äber unendlichviele Prozesse mußte er zu diese??? BeHufe austrengen. Gustav übcruahu? voi?ihm 104 solcher kleinen Prozesse, welche er indessen gemäß seiner Milde undRücksichtnahme, welche er den Verpflichteten gegenüber walten ließ, ohne seinenGeschwistern etwas zu vergebe??, sehr bald durch gütliches Abkommen erledigte.
Nun war aber auch der große, damals schon über 240 Jahre alte Riescn-prozeß in den? gräfl. mansfeldischen Kreditwesen, seitdem Preußen auf Grundder infolge des zu Wien am 18 Mai 1815 geschlossenen Friedenstraktats zu