Druckschrift 
Folge 6 (1887)
Entstehung
Seite
256
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150 jährigen Jubelfeier des Regiments seinem hohen Chef gewidmete Geschichtedes Regiments") zu Gebote. Da diese sorgfältige und kritische Arbeit die eben-falls tüchtige seines Vorgängers, des Rittmeisters v. Tpszka, vielfach ergänzt: sotrage ich ans derselben mehrere Stellen hier nach, welche sich sowohl auf das Re-giment wie spccicll auf meinen Urgroßvater beziehen.

Die Jnbclschrift legt nun durch Aufrollung des anschaulichen Bildes dercrcignisvollcn Schicksale und der Thaten des Regimentes aktenmäßig dar, daßdies „alte und ruhmvolle Regiment, das älteste zur Zeit bestehende Dragoner-Regiment der preußischen Armee, zu den wenigen Veteranen derselben gehört,die ihre Errichtung dem ehernen Preußen-Erzieher, König Friedrich Wilhelm I.,verdanken, die unter seinem großen Sohne unverwelkliche Lorbeeren erworben,des Vaterlandes Größe und Ruhm erkämpften."

An dies allgemeine Urthcil möge sich hier eine Würdigung des Gefechteszum Entsätze von Torgau am 8. Sept. 1759 gegen den tapferen und chren-wcrthen General Lt. ^.uckrö anschließen, nach dessen Beendigung der General-major v. Wunsch für die von dem Litth. Dragoncr-Regimcnte erbeuteten 8 Ka-nonen 800 Thlr. unter die Mannschaft vertheilcn ließ und die Tapferkeit derOffiziere (Majore v. Pogrcll und v. Voßberg, Capitainc mit Eskadronsv. Gramm und r. GberKtrm:c.) durch reiche Geldgeschenke ehrte:

„Das Gefecht", sagt der Verf. (S. 125 f.) „ist in der Kriegsgeschichte im Allgemeinen,i» der Geschichte der Kavallerie im Besonderen bisher noch nicht nach Verdienst gewürdigtworden. Die Leistungen des Dragoner-Regiments v. Plettenberg in diesem Gefecht könnensich mit Fug und Recht den Thaten der Baprcuthcr bei Hohcnfricdbcrg, der Dragoner v. Boninbei Kcssclsdorf an die Seite stellen. Vom 3. Sept. ab fortwährend im Marsch und Gefecht,hatte das Regiment, abgesehen von den Streif-Partien einzelner Abtheilungcn in diesen 5 Tagen21 Meilen zurückgelegt, am Morgen des Gefechts theilwcisc stundenlang in feindlichem Gcschütz-fencr gestanden. Trotzdem entwickelte eS während des Gefechts eine Entschlossenheit beim Angriff,eine Sicherheit in den Evolutionen, eine Energie in der Verfolgung, die ihres Gleichen sucht.Dies alles in einer Formation, die zwar reglcmcntarisch, jedoch durchaus ungewöhnlich war,nur selten und dann auch nur für das zweite Treffen in Anwendung kam. Dies alles einemsechsfach überlegenen Feinde gegenüber, der völlig ausgeruht, ohne Gepäck ans dem Lager aufdaS Schlachtfeld rückte — Der Tag von Torgau ist einer der schönsten des Regimentsv Plettenberg, einer der schönsten der preußischen Kavallerie. — Die Erfolge des Gefechts inBezug auf die kriegerische Lage im Großen und Ganzen waren nicht ohne Bedeutung. Siesicherten dein König den Besitz der festen Plätze von Torgan und Wittenberg, machten ihndadurch zum Herrn dieses Thcilcs von Sachsen und trugen mit dazu bei, den preußischenWaffen die Achtung wieder zu verschaffen, welche durch die Niederlage bei Kunersdorf und dieKapitulation von Dresden thcilwcise verloren gegangen war."

Von dm anerkennenden Urthcilcn Seitens des Verfassers der Jubiläums-schrift mögen folgende hier ihre Stelle finden.

S. 135 wird berichtet, daß nach dem Gefechte bei Taschcnberg oderJagow am 3. Sept. 1760 unter dem kühnen Reitcrobcrstcn v. Bclling derkommandirendc General die Capitains V .Gramm und v. Glrersckem, „welcherletztere an dem Gefechte ebenfalls glänzenden Anthcil genommen",zu Majors vorgeschlagen hat (wurden auch 23. Sept. dazu ernannt).

S. 160. „ Das Gros der Truppen nahm" (nach dem Gefechte beiSpie am 2. Okt. 1761) „ein Lager bei Prettnin, das Regiment v. Plettenbergrückte sofort nach dem Lager vor Kolbcrg ab und nahm dortsclbst seinen früherenPlatz wieder ein, den bisher nur das Detachement des Masors v. Ebensteminnegehabt hatte. Die unter diesem braven Offizier in dem Lager zurück-

ich ( Ljnhnnbert „üb finnig Jahre dcS königlich preußischen Litthanischeii Dragoner.Regiments Nr. 1 (Prinz Albrecht von Preußen) seit seiner Errichtung am 1. Mai 1717bis zur Gegenwart. Nach urkundlichen Quellen dargestellt von Kühler, Rittmeister w.Berlin, 1867.