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gebliebene Kavallerie, 380 Pferde Draganer und Husaren, hatte während derletzten Zeit auf Vorposten sowohl, als in den fast täglich vorfallenden Gefechteneinen schweren Dienst gehabt. Von letzteren entspann sich das heftigste am Morgendes 19. Sept. um den Besitz der sogenannten grünen Schanze. Die Russenhatten dieselbe am Tage zuvor erstürmt und belästigten von dort aus das Lagerderart, daß sie unter allen Umständen wieder genommen werden mußte, wasauch nach heftigem Kampfe gelang. Major v. EHerst ein hatte den Auftrag,der stürmenden Infanterie gegen die zahlreich umherschwärmende feindliche Ka-vallerie Flanke und Rücken zu decken. Er führte diese schwierige Aufgabemit so vieler Bravour und Umsicht aus, daß er sich die besondereZufriedenheit des Prinzen von Württemberg, die allgemeinste An-erkennung der anderen Offiziere und Truppen erwarb" (s. 5. Folge 337).
Nachdem in dem weiteren Berichte das Benehmen des Majors v. Eber-stein in dem Gefechte bei Gerwin am 10. Okt. 1701 (S. 161), auf demMarsche nach Gollnow (S. 162 f.), in dem Gefechte bei Klempin beiStargard (S. 171) hervorgehoben worden ist, faßt der Rittmeister Kähler (S. 176)sein Urtheil über die Leistungen des ganzen Regiments in den Worten zu-sammen:
„Es hat während seines jetzt 130jährigen Bestehens keinen zweiten Feldzng gemacht, dermit solchen Anstrengungen jeder Art verknüpft gewesen wäre ic. Daß wir das Regiment stetsbei der Avant- oder Arricregarde, auf den gefährlichsten Posten, bei den schwierigsten Unter-nehmungen treffen, ist ein ehrenvolles Zeugnis; für daS Vertrauen, welches die zahlreichen Ge-nerale, unter deren Kommando eS in dieser Zeit gestanden, alle in gleichem Maße auf das-selbe setzten."
In den Berichten über das letzte Jahr des 7 jährigen Krieges geben folgendeStellen ein klares Bild von der ausschlaggebenden Mitwirkung des TilsitcrDragoner-Regiments in den Gefechten bei Klingcnbcrg, bei Tuttendorf,Konradsdorf, Klein-Waltersdorf und der Schlacht bei Freiberg.
S. lZI f. Gekerbt bei Mmgenbcrg 29. Sept. 1762. „Um eine ge-naue Kenntnis von der Stellung und Stärke des ihm gegenüberstehenden feind-lichen Korps zu erhalten, detachirte der Prinz Heinrich am Nachmittage dieses fürdas Regiment v. Plettenberg so glänzenden Tages den Mnjor r. Gbcrs'trin mit4 Eskadrons des Regiments und einem Freibataillon zu einer Rekognoszierung.Der Major überschritt das Defilee bei Klingcnbcrg und dirigirte sich über Ober-Kunersdorf. Der Ort sowie die Viebig-Höhe und das auf dieser belegene Ge-hölz waren von feindlichen Jägern und Kroaten besetzt, die einige Hundertsächsische Dragoner und Husaren bei sich hatten. Major v. Eberstein ließdas Holz, welches in der rechten Flanke der feindlichen Stellung lag, durch dasFreibataillon angreifen und ging selber gegen das Dorf und die dahinter stehendeKavallerie vor, während der Wachtmeister Hochleitner mit ctiva 16 Dragonerndurch das Ravin der Winkelmühle das Dorf und die feindliche Stellung umging.Diese mit der größten Gewandtheit und Umsicht ausgeführte Umgehung, die denFeind glauben machte, er werde außer in der Front, auch in rechter Flanke undRücken angegriffen, veranlaßte ihn nach kurzem Widerstände, die ganze Stellungbei Kunersdorf zu räumen. Major v. Eberstein verfolgte mit der größtenHeftigkeit und warf das feindliche Detachement bis hinter das RuppersdorferBauernholz und hinter ein daselbst befindliches Ravin zurück, wo viel Leute desFeindes niedergemacht und gefangen wurden. Von den Höhen bei Becrwaldeaus, die eine weite Umsicht gewähren, gewann man eine Übersicht der ganzenfeindlichen Stellung, die ans das Genaueste rckognoSzirt und dann der Rückzugungestört über das Defilee von Klingenberg angetreten wurde. — Der Prinzsprach dem Major v. Ebcrstein, als derselbe seinen Rapport abstattete, die
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